Stechende Fußschmerzen sind meist auf einen Fersensporn zurückzuführen. Die knöcherne Gewebsveränderung selbst stellt keine Erkrankung dar, bedingt jedoch oft eine Entzündung des Sehnengewebes. Im Folgenden erfahren Sie, welche Behandlungsmaßnahmen eine Linderung oder sogar Heilung bewirken können.

Inhaltsverzeichnis

Fersensporn – Definition und medizinische Bezeichnung

Wie entwickelt sich ein Fersensporn?

Mögliche Auslöser und Risikofaktoren

Möglichkeiten der schulmedizinischen Behandlung von Fersensporn-Schmerzen

Nutzen und Risiken einer Fersensporn-Operation

Physikalische Therapiemöglichkeiten bei Fersensporn-Schmerzen

Anwendung der lokalen Vibrationstherapie bei Fersensporn-Schmerzen

Behandlung mit NOVAFON

Effektive Übungen zur Kräftigung der Fußmuskulatur

Bewährte Hausmittel zur Linderung von Fersensporn-Schmerzen

Wichtige Maßnahmen und Tipps gegen Fersensporn-Schmerzen

Häufig gestellte Fragen rund um das Thema Fersensporn

Fersensporn – Definition und medizinische Bezeichnung

Der Fersensporn beschreibt einen knöchernen, am unteren Fersenbein auftretenden Auswuchs, der ein dornartiges Aussehen aufweist. In der medizinischen Fachsprache ist für diese kalkhaltige Ausziehung der Begriff Kalkaneussporngebräuchlich. Er entwickelt sich in den meisten Fällen an jener Stelle des Fußgewölbes, an der Fersenknochen und Plantarfaszie miteinander verbunden sind. Der Auswuchs wird nur wenige Millimeter lang und ist von außen nicht zu erkennen. Lediglich eine Röntgenuntersuchung gibt Aufschluss darüber, ob ein Fersensporn vorliegt. Da er jedoch häufig keine Beschwerden verursacht, bleibt er in vielen Fällen über einen langen Zeitraum hin unbemerkt. Bei geschätzten fünfzehn bis zwanzig Prozent aller Erwachsenen bildet sich im Laufe des Lebens ein Fersensporn heraus. Nur etwa der Hälfte leidet an den charakteristischen Schmerzen, die mit dieser knöchernen Gewebeveränderung einhergehen.

Wie entwickelt sich ein Fersensporn?

Ein Fersensporn entsteht immer als Folge von Mikroverletzungen im Gewebe von Muskelsehnen im Bereich der Ferse und tritt meist an der Sehnenplatte unter dem Fuß auf. Die Verletzungen entstehen durch eine über Jahre andauernde Überbelastung oder erhöhte Spannung der Muskelfasern in der betroffenen Körperregion. Der Organismus reagiert auf die winzigen Einrisse zunächst, indem er versucht, diese durch die Einlagerung von Kalk beziehungsweise Knochenmaterial zu reparieren. Dauert die übermäßige Belastung der Fersen weiter an, bildet sich an dieser Stelle allmählich ein aus Knochenmaterial bestehendes Gewächs. Durch die ständige Reizung, die der dornartige Knochenauswuchs auf das umliegende Weichgewebe ausübt, kommt es schließlich zu einer Entzündungsreaktion. Das Knochengewächs selbst verursacht keinerlei Beschwerden. Erst wenn sich der Entzündungsherd auf das umliegende Gewebe der Sehnen ausgeweitet hat und eine sogenannte Plantarfasziitis bedingt, nehmen die Betoffenen die charakteristischen Schmerzen wahr.

Mögliche Auslöser und Risikofaktoren

Die einem Fersensporn zugrundeliegenden Muskelrisse können vielfältige Ursachen haben. In vielen Fällen entstehen Sie als Folge einer langfristigen Fehlbelastung im Rahmen des sportlichen Trainings. Vor allem bei Menschen, die vor und nach der sportlichen Aktivität keine Dehnungsübungen durchführen, leiden häufig unter Fersenschmerzen. Regelmäßiges Laufen auf einem harten Untergrund wie asphaltierten Straßen erhöht das Risiko für einen Fersensporn in besonders hohem Maße. Dies gilt auch für das häufige Tragen von engen Schuhen mit dünnen, kaum dämpfenden oder unzureichend stützenden Sohlen. Langes tägliches Stehen und Arbeiten, die mit einer schweren körperlichen Belastung einhergehen, begünstigen die Entwicklung der knochenartigen Gewebeveränderung ebenfalls. Auch starkes Übergewicht bewirkt unter anderem eine andauernde Überbelastung der Muskulatur und Sehnen der Füße. In den meisten Fällen entwickelt sich die weit verbreitete plantare oder “untere” Form des Fersensporns durch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Die Schmerzen treten in der Regel im fünften und sechsten Lebensjahrzehnt erstmals auf. Dies liegt daran, dass die stoßdämpfenden Fettpolster unterhalb der Ferse, die die Druckeinwirkung auf das Fersenbein dämpfen, mit zunehmendem Alter allmählich abnehmen.

Nicht immer bildet sich ein Fersensporn ausschließlich durch eine Fehlbelastung der Fersenmuskulatur. Es kommt vor, dass eine Muskelschwäche oder eine im Bereich der Ferse verkürzte Muskulatur die Entstehung der Mikroverletzungen begünstigt. Auch mit Sehnenschwächen einhergehende Fehlstellungen der Füße wie etwa ein unbehandelter und bis ins Erwachsenenalter bestehender Knick-Senkfuß oder Plattfuß kommen als Ursachen eines Fersensporns in Betracht. Solche erblich bedingten Fehlstellungen liegen der Entstehung einer Haglund-Exotose, der weitaus selteneren Form des Fersensporns, zugrunde. Dabei handelt es sich um den sogenannten “oberen” Fersensporn, der als knöchernes Überbein am Ansatz des Fersenbeins der Achillessehen deutlich erkennbar ist. Auch die Entstehung dieser Ausprägung wird durch das Tragen von schlecht sitzendem oder nicht stützendem Schuhwerk und übermäßiges Training begünstigt.

Möglichkeiten der schulmedizinischen Behandlung von Fersenschmerzen

Eine rechtzeitige Behandlung der Beschwerden, die mit einem Fersensporn einhergehen, ist nicht nur in Hinblick auf das Wohlbefinden der Patienten bedeutsam. Zu Beginn der Entzündung ist ein meist starkes Stechen zu spüren, später wird jede Bewegung der Füße von dumpfen Schmerzen begleitet. Die Patienten reagieren darauf häufig instinktiv mit einseitigen Schonhaltungen beim Gehen, die zu weiteren Schmerzsyndromen und Fußfehlstellungen führen können.

Die schulmedizinischen Behandlungsansätze konzentrieren sich auf die Gabe von Arzneistoffen, die schmerzstillende und entzündungshemmende Eigenschaften entfalten. Durch eine ärztlich verordnete medikamentöse Therapie lassen die starken Schmerzen in der Regel innerhalb weniger Tage nach. Arzneistoffe erster Wahl sind Präparate, die den Antiphlogistika zugeordnet werden. Als besonders wirksam erweisen sich Voltaren und Ibuprofen, da diese auch die Entzündungsprozesse rasch zum Abklingen bringen. In ausgeprägten Fällen müssen die schmerzlindernden Medikamente über einen längeren Zeitraum angewendet werden. Der behandelnde Arzt wird dann zusätzlich einen Magenschutz verschreiben. Darüber hinaus stehen in der Schulmedizin verschiedene, mit kühlenden und schmerzlindernden Wirkstoffen angereicherte Gels und Salben zur Verfügung. Werden diese regelmäßig auf die betroffene Stelle aufgetragen, erhöhen sie die positiven Eigenschaften der Schmerzmittel und beschleunigen den Behandlungserfolg. Leidet der Patient unter besonders hartnäckigen Schmerzen, kann der Einsatz von Kortison und Betäubungsmitteln in Erwägung gezogen werden. Der Arzt wird solche Arzneistoffe direkt in das entzündete Gewebe injizieren. Dort entfalten diese eine sofortige Wirkung. Allerdings eignen sich solche Medikamente aufgrund der unangenehmen und mitunter gesundheitsschädigenden Nebenwirkungen nicht für eine Dauertherapie. Kortisonspritzen dürfen auch deshalb nur sparsam zum Einsatz kommen, da sie die Beschaffenheit des Zellgewebes verändern und zum Abbau wichtiger Fettdepots führen. Unter dem Einfluss des Kortison werden Sehnen dadurch zunehmend spröde. Aus diesem Grund machen viele Ärzte zunehmend von Botulininjektionen Gebrauch. Das Einspritzen von entzündungshemmendem Botulinumtoxin A erfolgt direkt in den Ansatz der Plantarfaszie. In der Regel setzt der schmerzstillende Effekt ebenso schnell ein wie bei Kortison, hält jedoch über einen im Vergleich dazu längeren Zeitraum an.

Unterstützend kommen in der konservativen Behandlung auch Fersenkissen zum Einsatz. Sie sind aus stoßdämpfenden Materialien wie Gel oder Silikon gefertigt und umgeben den Fersensporn mit einer Aussparung. Diese führt zu einer Entlastung des Sehnenansatzes, wodurch die Schmerzen nachlassen und die Entzündung allmählich zurückgeht. Wird eine Haglundferse diagnostiziert, muss die schulmedizinische Behandlung auch unbedingt die Korrektur der angeborenen Fußfehlstellung durch spezielle orthopädische Schuheinlagen beinhalten.

Nutzen und Risiken einer Fersensporn-Operation

Es kommt vor, dass ein Fersensporn mit so starken Schmerzen einhergeht, dass die Betroffenen in ihrer Bewegungsfähigkeit erheblich eingeschränkt sind. In solchen Fällen kann der Arzt einen operativen Eingriff unter Vollnarkose vorschlagen. Die Operation hat zum Ziel, die Druckeinwirkung auf die Sehne, die die Schmerzen bei einem Fersensporn verstärkt, zu reduzieren. Eine Lockerung erfolgt durch das Abtrennen eines Teils der betroffenen Sehne von der Sehnenplatte. Gleichzeitig werden die Kalkablagerungen chirurgisch entfernt. Ein solcher Schnitt geht mit irreparablen Schädigungen von Sehnengewebe, oft auch von Nervenfasern einher. In seltenen Fällen kann eine Fersensporn-Operation auch die Entstehung eines Senkfußes begünstigen. Die Phase der Regeneration und Nachbehandlung kann mehrere Monate in Anspruch nehmen. Eine Operation sollte bei einem Fersensporn daher nur in Ausnahmefällen in Erwägung gezogen werden. Die meisten Orthopäden nehmen heute zunächst verschiedene Therapiemöglichkeiten in Anspruch, die bei vielen Patienten auch ohne einen operativen Eingriff beachtliche Heilungserfolge erzielen.

Physikalische Therapiemöglichkeiten bei Fersensporn-Schmerzen

Physiotherapeuten und Heilpraktiker setzen in der Behandlung von Fersensporn-Schmerzen neben Krankengymnastik auf verschiedene physikalische Maßnahmen, die die Auflösung und den Abtransport der Kalkablagerungen und Entzündungssekrete bewirken. In diesem Zusammenhang haben sich vor allem die Stoßwellenbehandlung und die Röntgenreizbestrahlung oder Orthovoltbestrahlung als sanfte Behandlungsansätze bei einem Fersensporn erfolgreich bewährt. Bei der Stoßwellentherapie wirken stark gebündelte und den Schallwellen ähnelnde Druckwellen direkt auf das erkrankte Gewebe ein. Sie regen die Bildung von Zytokinen an und beschleunigen dadurch Regenerationsprozesse in den Zellen, die eine schnellere Heilung bewirken. Im Jahr 2016 veröffentliche das IQWiG (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen) einen Vorbericht über die nachhaltig schmerzreduzierende Wirkung der Stoßwellentherapie im Rahmen einer Fersensporn-Behandlung. Eine lokale Betäubung vor jeder Sitzung ist notwendig, da die Behandlung schmerzhaft sein kann. Die Röntgenreiztherapie, die eine Reduktion der Entzündung bewirkt, geht hingegen nicht mit Schmerzen während der Behandlungssitzungen einher und mit einem geringeren Zeitaufwand verbunden. In einer von Wissenschaftlern des Franziskus Hospitals in Bielefeld durchgeführten Studie an Fersensporn-Patienten konnte die Effektivität der Röntgenreiztherapie betätigt werden. Diese Behandlungsmethode birgt jedoch den Nachteil einer gewissen Strahlenbelastung in sich und sollte daher nicht bei Patienten unter vierzig Jahren zur Anwendung kommen.

Fersenschmerzen können auch im Rahmen der Transkutanen Elektrischen Nervenstimulation, kurz TENS, wirksam therapiert werden. Dabei handelt es sich um eine Form der Reizstromtherapie. Die Impulse zweier Elektroden, die direkt auf die betroffenen Stellen geheftet werden, blockieren die Weiterleitung von Schmerzimpulsen an das Gehirn und sorgen dadurch für eine reduzierte Schmerzempfindung. Eine weitere Möglichkeit, Fersensporn-Schmerzen zu behandeln, bietet die pulsierende Magnetfeldtherapie. Diese Methode basiert auf der Wirkung dünner microchipgesteuerter Auflagen, die pulsierende Magnetimpulse aussenden. Diese stimulieren ebenfalls die Zellregeneration und bewirken dadurch, dass entzündungsbedingte Schwellungen und Schmerzen nachlassen.

Anwendung der lokalen Vibrationstherapie bei Fersensporn-Schmerzen

Zur Stärkung der Fußmuskulatur und Linderung von Fersenschmerzen wenden viele Physiotherapeuten und Heilpraktiker auch die lokale Vibrationstherapie als unterstützendes Hilfsmittel erfolgreich an. Dabei werden mechanische Vibrationen mehrere Zentimeter tief ins weiche Gewebe geleitet. Die von Schallwellengeräten ausgesendeten Vibrationen treffen auf einen entspannten Muskel und bewirken dessen Kontraktion. Dies hat direkte positive Auswirkungen auf das Kraftpotenzial und die Spannung der Muskelfasern des behandelten Bereichs. Gleichzeitig wird das Gewebe der Muskulatur und Sehnen besser durchblutet. Ein erhöhter Blutfluss bedeutet, dass der Zellstoffwechsel angeregt und dadurch wichtige Reparaturmechanismen in Gang gesetzt werden. Die lokale Vibrationstherapie wirkt zudem entspannend und entfaltet schmerzlindernde Eigenschaften ähnlich wie die TENS Therapie. Mit Novafon Schallwellengeräten lassen sich die Schmerzen, die durch einen Fersensporn ausgelöst werden, auch problemlos zuhause auf sanfte und nicht-invasive Weise therapieren.

 Behandlung der Ferse mit dem NOVAFON

Das NOVAFON kann zur Spannungsregulierung und zur Behandlung der Schmerzpunkte der Fußmuskulatur eingesetzt werden. Die Behandlung mit dem NOVAFON dauert insgesamt 10–15 Minuten je Seite und kann bis zu zweimal täglich wiederholt werden.

Effektive Übungen zur Kräftigung der Fußmuskulatur

Gestärkte Muskeln und Sehnen sind deutlich weniger anfällig für kleine Verletzungen und halten Belastungen durch Sport oder berufliche Tätigkeiten besser stand. Daher ist es für Menschen, die berufsbedingt oder aufgrund bestimmter Lebensgewohnheiten einem hohen Risiko für Fersensporn-Schmerzen ausgesetzt sind, besonders wichtig, regelmäßig verschiedene Übungen zur Kräftigung und Dehnung der Fußmuskeln durchzuführen. Diese werden von den behandelnden Orthopäden auch bei bereits ausgeprägten Beschwerden empfohlen, um die Schmerzen zu lindern und die Bewegungsfähigkeit wieder zu erhöhen. Gezielte Übungen bewirken eine verbesserte Durchblutung, stimulieren den Zellstoffwechsel und tragen maßgeblich zur Heilung bei.

Ganz gleich, ob zur Vorbeugung der Bildung eines Fersensporns oder bei bereits manifestierten Schmerzen – diese drei effektiven Übungen für zu Hause können Sie problemlos in Ihren Alltag integrieren. Bei konsequenter täglicher Durchführung über einige Monate ist mit einer deutlichen Schmerzreduktion und in vielen Fällen sogar mit einer Ausheilung der Entzündung zu rechnen. Wichtig ist, die drei hier vorgestellten Übungen zu kombinieren, um die gesamte Fuß- und Wadenmuskulatur nachhaltig zu kräftigen. Dabei gilt: die Übungen sollten ein Dehnungsgefühl hervorrufen, jedoch keinesfalls Schmerzen bereiten.

ÜBUNG 1: DEHNUNGSÜBUNG FÜR DIE PLANTARFASZIE UND FUSSSOHL

Kreuzen Sie zunächst den Knöchel des betroffenen Fußes über das gegenüberliegende Knie. Fassen Sie nun die Zehen mit der Hand und ziehen Sie diese nach oben. Wenn Sie im Gewölbe Ihres Fußes eine Dehnung spüren, halten Sie die Position zehn Sekunden lang, bevor Sie sie lösen. Für einen optimalen Dehnungseffekt sollten Sie diese Übung mindestens zehnmal wiederholen. Sie ist auch ideal geeignet, um Fersensporn-Schmerzen am Morgen zu lindern. Führen Sie sie dazu noch im Bett sitzend durch, bevor Sie aufstehen.

ÜBUNG 2: ÜBUNG ZUM DEHNEN DER ACHILLESSEHNE UND WADENMUSKULATUR

Um die Wadenmuskeln effektiv zu stärken, stellen Sie sich mit parallel nach vorne zeigenden Füßen und ausgestreckten Armen vor eine Stuhllehne oder eine Wand. Mit dem schmerzhaften Bein machen Sie nun einen Schritt nach hinten, wobei der Fuß gestreckt bleibt. Indem Sie Ihr Körpergewicht langsam nach vorne verlagern, spüren Sie eine Dehnung in der Achillessehne und den Wadenmuskeln Ihres hinteren Beines. Achten Sie während der Bewegung nach vorne darauf, dass die Fersen immer den Boden berühren und sich die Füße nicht nach außen drehen. Diese Übung sollten Sie drei bis sechs Mal pro Tag durchführen.

ÜBUNG 3: EINFACHE TREPPENÜBUNG FÜR EINE VERBESSERTE DURCHBLUTUNG DER FERSE

Die folgende Übung können Sie über den Tag verteilt immer wieder ohne großen Aufwand durchführen, wenn Sie sich bei einer Treppe befinden. Stellen Sie sich dazu mit Ihren Zehen auf eine Stufe. Die Fersen sollten dabei überstehen. Halten Sie sich am Geländer fest und senken Sie die Fersen nun langsam nach unten. Wenn Sie ein leichtes Ziehen verspüren, halten Sie diese Position etwa zwanzig bis dreißig Sekunden lang. Wiederholen Sie diese Übung zehn Mal.

Bewährte Hausmittel zur Linderung von Fersensporn-Schmerzen

Die Anwendung verschiedener Hausmittel kann den Erfolg der ärztlichen Behandlung unterstützen, indem sie Schmerzen reduziert und den Abtransport der Kalkablagerungen beschleunigt. Insbesondere Apfelessig hat sich in der natürlichen Behandlung der Schmerzen bewährt, da er das im Fersensporn enthaltene Calcium bindet. Es empfiehlt sich die äußere Anwendung durch mehrmals täglich durchgeführte Fußbäder oder Umschläge. Auch innerlich kann Apfelessig seine Wirkung entfalten. Trinken Sie über mehrere Wochen jeden Morgen ein Glas warmes Wasser mit einem Esslöffel Apfelessig, um die Schmerzen zu lindern.

Auch erwärmtes Kokosöl kann helfen, die Beschwerden zu lindern. Tragen Sie es abends vor dem Schlafengehen auf die betroffene Stelle auf. Auch tagsüber sollten Sie die Anwendung wiederholen, um die Entzündung zu reduzieren.Quarkumschläge und Kohlwickel tragen ebenfalls dazu bei, die Entzündung zu mindern und die Durchblutung zu verbessern. Vielen Fersensporn-Patienten kommt auch die stark entzündungshemmende Wirkung von Kurkuma zugute. Trinken Sie täglich eine Tasse Pflanzenmilch mit einem Teelöffel Kurkuma-Gewürz. Die Beigabe von etwas schwarzem Pfeffer erhöht die Fähigkeit des Darms, das entzündungshemmende Curcumin zu absorbieren.

Wichtige Maßnahmen und Tipps gegen Fersensporn-Schmerzen

Patienten können auch einiges dazu beitragen, um die Regeneration des geschädigten Gewebes zu fördern und einer weiteren Reizung der Sehne vorzubeugen. Geeignetem Schuhwerk mit einer gut stützenden und weichen Sohle sowie täglich getragenen Fersenkissen kommt eine besonders wichtige Rolle zu. Ideal sind Schuhe mit breiten Absätzen, die zwischen zwei und vier Zentimeter hoch sind. Verzichten Sie auf dünn besohlte Sandalen, Ballerinas und Turnschuhe sowie Badeschlappen oder Flip-Flops. Auch eine konsequente Schonung der Füße ist bei Fersensporn-Schmerzen unbedingt notwendig. Bei akuten Schmerzen sollten Sie alle Tätigkeiten und Sportarten, die die Füße belasten, ebenso meiden wie langes Stehen. Führen Sie gegebenenfalls eine Ernährungsumstellung durch, um Übergewicht zu reduzieren und dadurch eine dauerhafte Überbelastung der Füße zu vermeiden. Integrieren Sie Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren und Antioxidantien in Ihren täglichen Speiseplan, denn diese Nährstoffe hemmen Entzündungsprozesse und fördern eine intakte Zellregeneration.

Häufig gestellte Fragen rund um das Thema Fersensporn

Fersensporn – Was ist das?

Ein Fersensporn ist ein dornartiger Fortsatz am Fersenbein, der durch Kalkablagerungen entsteht.

Welche Beschwerden verursacht ein Fersensporn?

Der Fersensporn selbst verursacht keine Beschwerden. Erst wenn es durch eine dauerhafte Belastung der Fersen zu einer Entzündung der umliegenden Sehnen kommt, leiden die Betroffenen unter Schmerzen.

Wodurch entsteht ein Fersensporn?

Durch Überbelastung oder Fußfehlstellungen bedingte Mikroverletzungen in Muskeln oder Sehnen des Fersenbereichs haben zur Folge, dass der Körper Kalk einlagert. Aus den Kalkansammlungen bildet sich allmählich ein knöcherner dornartiger Auswuchs.

Wie kann ich einem Fersensporn vorbeugen?

Das Tragen von gut sitzendem, nicht zu engem oder flachem Schuhwerk und das Vermeiden einer Überbelastung der Füße durch zu intensives Training, Übergewicht oder tägliches langes Stehen sind wichtige Vorbeugungsmaßnahmen.

Muss ein Fersensporn operiert werden?

Nur in Ausnahmefällen wird der Arzt eine Operation vorschlagen. In der Regel kann ein Fersensporn durch Schmerzmittel, Fersenkissen und physikalische Therapiemethoden wirksam behandelt werden.

Was kann ich selbst gegen Fersensporn-Schmerzen tun?

Übungen zur Dehnung und Kräftigung der Muskeln der Ferse, des Fußgewölbes und der Waden beeinflussen den Behandlungserfolg maßgeblich. Ergänzend können Behandlungen mit Apfelessig, Einreibungen mit Kokosöl sowie Quarkumschläge oder Kohlwickel eingesetzt werden, um die Schmerzen und Entzündung zu lindern.

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Starke Schmerzen, die sich über den unteren Rückenbereich ziehen, sind typische Symptome des sogenannten Iliosakralgelenk-Syndroms. Die Beschwerden sind auf eine Blockade dieses Gelenks zurückzuführen und können vielfältige Ursachen haben. Lesen Sie im Folgenden, wodurch Iliosakralgelenk-Schmerzen entstehen und welche Behandlungsmöglichkeiten zu deren Linderung zur Verfügung stehen.

Das Iliosakralgelenk: Aufgabe und Lokalisation

Das auf der rechten und linken Körperhälfte gelegene Iliosakralgelenk, auch unter den Bezeichnungen ISG, Kreuzdarmbeingelenk oder schlicht Sakralgelenk bekannt, verbindet die untere Wirbelsäule mit dem Becken. Damit schafft es eine Brücke zwischen dem Oberkörper und den Beinen. Aus diesem Grund beeinflusst das Iliosakralgelenk maßgeblich die Stabilität des gesamten Bewegungsapparats. Gleichzeitig gilt es aufgrund seiner festen Verankerung als das unbeweglichste Gelenk im gesamten Körper.

Iliosakralgelenk-Schmerzen: Ursachen und Auslöser

Obwohl das Iliosakralgelenk kaum Bewegungsspielraum besitzt, kann es als Folge von Kraft- und Gewalteinwirkungen oder durch eine Fehlhaltung geringfügig verschoben werden. Dadurch kommt es zu einer Blockade desselben, die starke Rückenschmerzen bedingt. Genau betrachtet handelt es sich bei einer solchen Blockade um eine Verschiebung der seitlichen Gelenksflächen im Bereich des Beckens. Dies führt zu einer vorübergehenden Störung der reibungslosen Kraftübertragung vom Rumpf auf die Beine. Da das Iliosakralgelenk steif und fest ist, überträgt sich die mit einer Blockade einhergehende Belastung auf die benachbarten Bänder und Muskelfasern. Als Folge kommt es zu Verspannungen und Muskelzerrungen, die die für das ISG-Syndrom typischen Rückenschmerzen bedingen.

Eine Iliosakralgelenk-Blockade kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden. In den meisten Fällen entwickelt sich ein ISG-Syndrom durch eine Überbelastung der Muskulatur als Folge von falschem Training oder berufsbedingten Fehlhaltungen – vor allem durch ununterbrochene Schreibtischarbeit oder wiederholte einseitige Bewegungen. Auch Stürze und Unfälle, die mit Verrenkungen oder Knochenbrüchen einhergehen, bewirken häufig eine Verschiebung des Kreuzdarmbeingelenks. Ebenso ist es möglich, dass eine Blockade durch abrupte Bewegungen entsteht, wie etwa durch einen Schritt ins Leere oder falsche und schnelle Bewegungen beim Heben von schweren Lasten.

Als Ursache von Iliosakralgelenk-Schmerzen kommt auch eine Beinlängendifferenz in Betracht. Unterschiedlich lange Beine bedingen einen chronischen Beckenschiefstand, der zu einer Verschiebung der Gelenksflächen führt. Wissenschaftler vermuten, dass Bindegewebsschwächen beziehungsweise eine Lockerung von Bändern und Knorpelgewebe in dem betreffenden Bereich an der Entstehung von Iliosakralgelenk-Schmerzen ebenfalls ursächlich beteiligt sind. Dafür spricht die Tatsache, dass viele Frauen nach einer Schwangerschaft und Geburt an einem ISG-Syndrom leiden, da die Schwangerschaftshormone unter anderem auch eine Lockerung der die Gelenke umgebenden Bänder bewirken.

Auch verschiedene Krankheiten, die zu chronischen Entzündungen des Bewegungsapparats führen, können als Begleitsymptom Schmerzen im Bereich des Iliosakralgelenks hervorrufen. Vor allem Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, wie Mobus Bechterew und verschiedene Formen der Arthritis, gehen häufig mit Iliosakralgelenk-Schmerzen einher. Seltener ist ein ISG-Syndrom auf eine Infektion oder eine Tumorerkrankung zurückzuführen.

Symptome eines ISG-Syndroms

Ein ISG-Syndrom äußert sich in ziehenden Schmerzen, die im unteren Rücken und in den meisten Fällen einseitig auftreten und mehrere Wochen andauern können. Typischerweise klagen die Betroffenen über Ruheschmerzen. Dies bedeutet, dass sich die Beschwerden vor allem beim Sitzen und in Liegepositionen, aber auch durch längeres Stehen bemerkbar machen. Die Schmerzen ähneln jenen, die mit einem Bandscheibenvorfall einhergehen. Sie können im gesamten Hüftbereich zu spüren sein und strahlen häufig in das Gesäß, die Leiste und den Unterleib, mitunter sogar in die Beine und Füße aus.

Nach dem morgendlichen Aufstehen leiden viele Patienten unter besonders starken Iliosakralgelenk-Schmerzen, die jedoch durch etwas Bewegung allmählich nachlassen. Allerdings nehmen sie im Laufe des Tages durch körperliche Belastung wieder an Intensität zu. Durch die Beschwerden leiden die Betroffenen unter erheblichen Bewegungseinschränkungen. Viele Patienten nehmen als Folge Schonhaltungen ein, die durch eine einseitige Belastung weitere Muskelverspannungen in anderen Körperbereichen auslösen können.

Behandlungsmöglichkeiten bei Iliosakralgelenk-Schmerzen

Der Erfolg der Therapie eines ISG-Syndroms hängt maßgeblich von einer präzisen Diagnose ab. Der behandelnde Orthopäde wird zunächst genaue Untersuchungen der Wirbelsäule und des Beckens einleiten und verschiedene Bewegungstests durchführen, um die genauen Ursache der Schmerzen zu definieren. Die Behandlung richtet sich nach den Auslösern der Blockade. Liegt den Iliosakralgelenk-Schmerzen eine Erkrankung wie ein Mobus Bechterew, eine Arthrose oder Infektion zugrunde, muss diese gezielt behandelt werden. Dies gilt auch für Knochenbrüche oder chronische Fehlstellungen von Wirbelsäule oder Becken.

Ist das ISG-Syndrom auf eine Fehl- oder Überbelastung zurückzuführen, kommen in der Schulmedizin verschiedene Schmerzmittel zum Einsatz, um die akuten Beschwerden zu lindern. Präparate mit den Wirkstoffen Diclofenac und Ibuprofen gelten als die Arzneimittel erster Wahl. In der Regel klingen die Schmerzen durch die Gabe solcher Medikamente bereits nach wenigen Tagen ab. In schweren Fällen muss eine medikamentöse Therapie bis zu zwei Wochen lang durchgeführt werden, um eine deutliche Besserung der Beschwerden zu erzielen. Der behandelnde Arzt kann bei starken Schmerzen auch das Einspritzen von Kortison oder eines Lokalanästhetikums direkt in das betroffene Gelenk vorschlagen. Nur in seltenen Fällen wird ein chirurgischer Eingriff notwendig. Im Rahmen einer Operation kann der Chirurg zur Versteifung des betroffenen Gelenks Titanstäbe einsetzen, die allmählich mit dem umliegenden Knochengewebe verwachsen und die Bewegung des Gelenks reduzieren. Gleichzeitig werden die überreizten Nerven ausgeschaltet, um einen vollständigen Rückgang der Schmerzen zu bewirken.

Klingen die Beschwerden durch schulmedizinische Maßnahmen nicht ab, ist eine physiotherapeutische Behandlung unbedingt empfehlenswert. Im Rahmen einer manuellen Therapie oder einer Bewegungstherapie werden die Blockade gelöst und die Muskulatur des Beckens wieder stabilisiert und gezielt aufgebaut. Krankengymnastik trägt wesentlich dazu bei, die Muskeln zu kräftigen und das erneute Auftreten eines Iliosakralgelenk-Syndroms zu verhindern. Physiotherapeutische Maßnahmen zielen zudem darauf ab, die Beckenachse wieder geradezustellen, um die Belastung des ISG zu reduzieren und die Blockade zu lösen. Dies kann durch eine gezielte Dehnung der Hüftbeuge-Muskulatur bewirkt werden.

Was können die Betroffenen selbst tun?

Neben Schmerzmitteln und physiotherapeutischen Behandlungsansätzen können auch die Patienten den Verlauf eines ISG-Syndroms aktiv positiv beeinflussen. Um die Iliosakralgelenk-Schmerzen zu lindern, haben sich Wärmeanwendungen besonders erfolgreich bewährt. Die Einwirkung einer Rotlichtlampe, eines Heizkissens oder einer Wärmeflasche lockert die Muskulatur und entfaltet dadurch schmerzlindernde Eigenschaften. Wichtig ist, im Alltag darauf zu achten, einseitige Körperhaltungen, Überbelastungen und abrupte Bewegungen möglichst zu vermeiden. Regelmäßig durchgeführte sanfte Sportarten lockern die Muskulatur und aktivieren die Gelenke. Mit Yoga, Pilates oder verschiedenen Übungen des Core-Trainings können das Iliosakralgelenk gezielt mobilisiert und die gesamte Muskulatur des Rücken- und Beckenbereichs gestärkt werden.

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Menschen, die unter einer Apraxie leiden, sind nicht in der Lage, motorische Aufgaben sinngemäß auszuführen. Die Betroffenen benötigen dadurch bei vielen Alltagsaktivitäten Unterstützung. Eine gezielte Therapie kann die Lebensqualität der Patienten jedoch deutlich verbessern. Im Folgenden erfahren Sie, welche Ursachen einer Apraxie zugrunde liegen, welche Beschwerden mit dieser Störung verbunden sind und welche Behandlungsansätze Erfolg zeigen.

Was versteht man unter einer Apraxie?

Der Begriff Apraxie bezeichnet eine durch Erkrankung oder Verletzung des Gehirns ausgelöste neurologische Störung. Das Wort stammt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt “Untätigkeit”. Dies bezieht sich auf das Unvermögen der Betroffenen, einmal erlernte Bewegungsabläufe und Handlungen auszuführen. Bei der Erkrankung handelt es sich allerdings nicht um eine motorische Störung im eigentlichen Sinne. Vielmehr liegt der Apraxie eine konzeptuelle, das heißt, durch eine fehlerhafte Organisation von bestimmten Bewegungen und Handlungen geprägte Störung zugrunde. Oft tritt eine Apraxie zusammen mit einer Aphasie auf, die mit Einschränkungen der Sprachfähigkeiten einhergeht. Dies ist darauf zurückzuführen, dass beide Störungen durch Schädigungen von Gewebe in der linken Gehirnhälfte entstehen. Verlauf und Schweregrad der beiden Erkrankungen variieren in solchen Fällen jedoch unabhängig voneinander.

Mögliche Ursachen und Auslöser

Ursachen der Störung sind immer Schädigungen im Gehirn. In den meisten Fällen ist das Gewebe in den Parietallappen betroffen oder die Schädigung in jenen Projektionsbahnen zu lokalisieren, in denen die Erinnerungen an im Laufe des Lebens erlernte Bewegungsmuster enthalten sind. Seltener liegt die Ursache der Erkrankung in einer Schädigung im Bereich des prämotorischen Kortex oder eines anderen Teils des Frontallappens.

Als Auslöser kommen Traumata ebenso in Betracht wie Hirntumore oder degenerative Prozesse im Rahmen von Demenzerkrankungen wie Morbus Alzheimer oder der Pick-Krankheit. Häufig tritt eine Apraxie als Folge eines Schlaganfalls oder Apoplex auf. Eine Multiple Sklerose oder eine entzündliche Erkrankung des Gehirns wie beispielsweise eine Enzephalitis kann ebenfalls zu Einschränkungen der Organisation von Bewegungsabläufen führen. Es ist auch möglich, dass sich die Störung aufgrund eines langfristigen und schweren Alkoholmissbrauchs entwickelt.

Symptome und Beschwerden einer Apraxie

Abhängig von den Symptomen unterscheiden Neurologen mit der ideomotorischen und der ideatorischen  Apraxietraditionell zwischen zwei Arten. Anhand der Lokalisation der Symptomatik werden weitere Formen wie etwa die Gangapraxie oder die konstruktive  Apraxie definiert, wobei solche Begriffe in Fachkreisen nicht einheitlich genutzt werden. Die häufigere Ausprägung ist die ideomotorische  Apraxie. Die Patienten, die unter dieser Art der Störung leiden, sind nicht in der Lage, einfache alltägliche Bewegungen einzelner Körperbereiche auf Aufforderung oder als Imitation durchzuführen. Hände und Arme können ebenso betroffen sein wie Füße und Beine oder das Gesicht. Typisch für die Störung ist, dass sich die Symptome in beiden Körperhälften bemerkbar machen. Eine ideomotorische Apraxie in den Armen und Händen führt beispielsweise dazu, dass der Patient nach Aufforderung nicht fähig ist, eine Faust zu bilden, zu winken oder andere Gesten zu zeigen. Im Gesicht macht sich die Störung durch ein Unvermögen bemerkbar, die Nase zu rümpfen, die Zunge herauszustrecken, die Wangen aufzublasen oder zu zwinkern.

Die seltenere ideatorische Apraxie führt im Alltag zu erheblichen Einschränkungen. Die Betroffenen sind nicht mehr in der Lage, differenzierte Handlungen eines Bewegungsentwurfes, auch Ideation genannt, korrekt aneinanderzureihen. Dadurch kommt es bei alltäglichen Tätigkeiten zu entstellten Bewegungsmustern und falschen Abläufen, die von ständigen Wiederholungen einzelner Handlungen oder dem Abbruch von Aktionen geprägt sind. Diese Einschränkungen können einfache Fähigkeiten wie das Spitzen eines Bleistiftes oder das Falten von Papier ebenso betreffen wie Tätigkeiten, die mehrere aneinandergereihte Handlungen erfordern, wie Kaffeekochen oder andere Arbeiten im Haushalt, An- und Ausziehen, Körperpflege oder das Verfassen und Kuvertieren eines Schriftstücks. Da ein reibungsloser Alltag eine Fülle an verschiedenen Bewegungsabläufen verlangt, ergeben sich für Menschen mit  Apraxie naturgemäß weitreichende, viele Lebensbereiche betreffende Einschränkungen.

Charakteristisch für eine Apraxie ist, dass die Patienten grundsätzlich über intakte sensorische und motorische Fähigkeiten verfügen und sich ihrer Defizite oft nicht oder nur teilweise bewusst sind. Das Vorliegen der Erkrankung bedeutet nicht, dass alle Handlungen, ob Bewegungen oder komplexere Tätigkeiten, inkorrekt ausgeführt werden. Die Betroffenen reihen manche Bewegungsabläufe richtig aneinander, während andere unvollständig oder ansatzweise bleiben oder durch andere Muster ersetzt werden. In keinem Fall ist die Erkrankung durch motorische Schwächen, Ungeschicklichkeit, Bewusstseinsstörungen oder gar fehlende Motivation gekennzeichnet.

Behandlungsansätze zur Verbesserung der Lebenssituation

Die Therapie von Patienten mit Apraxie richtet sich nach den Ursachen und der Ausprägung der Erkrankung sowie den damit verbundenen Beschwerden. Damit die Behandlung den gewünschten Erfolg zeigt, sind umfassende neuropsychologische Tests sowie Untersuchungen notwendig, um die genauen Einschränkungen von Gesten und Bewegungsabläufen zu definieren. Dazu wird der behandelnde Arzt den Patienten zunächst ersuchen, alltägliche Aufgaben und Handlungen direkt am Krankenbett oder im Klinikalltag durchzuführen. Anhand jener Handlungen, die auffällig sind und auf das Vorliegen einer Apraxie hindeuten, werden die Ausprägung und der Schweregrad diagnostiziert und eine entsprechende Therapie eingeleitet.

Durch eine an die individuellen Fähigkeiten und Einschränkungen angepasste supportive physio- und ergotherapeutische Behandlung ist es möglich, die gestischen Fähigkeiten und Bewegungsmuster von Menschen mit Apraxie bis zu einem gewissen Grad zu verbessern. Dabei spielt die Alltagsrelevanz eine zentrale Rolle, das heißt, die therapeutischen Maßnahmen sollten sich auf jene Handlungen konzentrieren, die für die Bedürfnisse des Patienten tatsächlich von Bedeutung sind. Grundvoraussetzung ist in jedem Fall ein geduldiger, freundlicher und persönlicher Umgang der behandelnden Therapeuten, um das Selbstwertgefühl und die Motivation des Patienten zu stärken. Nicht korrekt durchgeführte Handlungsabläufe werden im Rahmen der Therapieeinheiten in ihre Einzelschritte zerlegt, damit diese gezielt trainiert werden können. So erarbeitet der Therapeut mit seinem Patienten einzelne Handlungen wie das Aufschrauben der Zahnpastatube, das Ergreifen der Zahnbürste, den Druck auf die Tube, das korrekte zielgerichtete Führen der Bürste sowie die Putzbewegungen im Mund. Anschließend werden diese Bewegungen zusammengesetzt, um nach und nach den Handlungsvorgang des Zähneputzens wieder zu erlernen. Ein wichtiger Aspekt der ergotherapeutischen Maßnahmen ist in vielen Fällen auch eine Anpassung der Wohnumgebung des Patienten. Verschiedene vom behandelnden Ergotherapeuten ausgewählte Hilfsmittel ermöglichen es dem Patienten, den Alltag trotz seiner Defizite zu bewältigen und eine gewisse Unabhängigkeit zu erhalten.

Richtiges Verhalten von Angehörigen und Mitmenschen

Menschen mit Apraxie zeigen im täglichen Umgang mit ihren Mitmenschen oft Auffälligkeiten, die ausschließlich durch die Erkrankung bedingt sind und leicht als Fehlverhalten gedeutet werden können. Ein soziales Umfeld, das normal auf solche falsch ausgeführten Handlungen oder verzerrten Bewegungen reagiert, macht es den Betroffenen möglich, sich dennoch ernst genommen zu fühlen. Besonders wichtig ist, ruhig auf Menschen mit Apraxie einzugehen und die Geduld aufzubringen, deren Aktionen und Bewegungen richtig zu deuten. Damit können natürliche Rahmenbedingungen für weiterhin harmonische zwischenmenschliche Beziehungen geschaffen werden.

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Eine Myalgie kann als vorübergehender Schmerzzustand auftreten oder in chronischer Ausprägung zu erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität führen. In vielen Fällen lassen sich die Muskelschmerzen gut behandeln. Voraussetzung für den Erfolg der Therapie ist die richtige Diagnose und eine genaue Definition der Ursachen. Im Folgenden erfahren Sie, welche schulmedizinischen und alternativen Behandlungsmöglichkeiten sich bei akuter und chronischer Myalgie bewähren.

Behandlung einer Myalgie – immer abhängig von den Ursachen

Einer Myalgie können viele unterschiedliche Auslöser und Ursachen zugrunde liegen. Myalgien treten als Folgen körperlicher Überbelastungen ebenso auf wie als Begleitsymptom entzündlicher oder nicht-entzündlicher Erkrankungen, als Nebenwirkung einer Einnahme von bestimmten Arzneistoffen oder als eigenständiges Krankheitsbild. Die erfolgreiche Behandlung von Muskelschmerzen richtet sich daher immer nach den individuellen Ursachen. Ausschlaggebend für die Art der Therapie ist auch, ob es sich um eine akute oder chronische Myalgie handelt. Die mit akuten Myalgien einhergehenden Beschwerden lassen sich in der Regel mit einfachen Maßnahmen erfolgreich behandeln. Bei Vorliegen einer Grunderkrankung hingegen ist eine ausführliche Diagnose sowie eine gezielte Therapie derselben Grundvoraussetzung dafür, dass auch die Muskelschmerzen langfristig gelindert werden können.

Effektive Behandlung einer akuten Myalgie

In den meisten Fällen entsteht eine Myalgie als akute Folge von Überbelastungen der Muskulatur im Rahmen sportlicher Betätigung oder berufsbedingter Fehlhaltungen. Solche lokalen Muskelschmerzen sind in der Regel harmlos und klingen innerhalb kurzer Zeit wieder ab. Bei Muskelkater, Krämpfen oder Verspannungen ist zunächst wichtig, die betroffene Muskelpartie umfassend zu schonen, um eine vollständige Heilung des gereizten Gewebes zu ermöglichen und einer erneuten Verletzung desselben vorzubeugen. Zusätzlich kann die zeitlich begrenzte Anwendung eines Schmerzmittels in Erwägung gezogen werden, um die Beschwerden zu lindern. Zur symptomatischen Behandlung einer akuten Myalgie haben sich insbesondere nichtsteroidale Antirheumatika erfolgreich bewährt. Präparate wie Ibuprofen, Paracetamol, Diclofenac oder Aspirin gelten als die Schmerzmittel erster Wahl. Auch Salben mit diesen Wirkstoffen eignen sich ideal dazu, um die lokalen Schmerzen zu lindern. Lokale Vibrationstherapie hat sowohl einen mindestens genauso schmerzreduzierenden Effekt und wirkt außerdem durchblutungsfördernd. Alternativ ist es möglich, eine Myalgie akuter Ausprägung auch mit Hausmitteln zu behandeln. Einreibungen mit Johanniskrautöl, Arnikasalbe, frisch gepresstem Ingwersaft oder Franzbranntwein regen die Durchblutung an und entfalten schmerzstillende Eigenschaften.

Wichtige Maßnahmen bei langanhaltenden oder chronischen Myalgien

Auch bei einer Myalgie, die längere Zeit andauert, wird der Arzt zunächst eine symptomatische Behandlung mit Schmerzmitteln einleiten. Im Rahmen von ausführlichen Untersuchungen muss der genaue Auslöser für die Beschwerden definiert werden. Muskelschmerzen, die auf eine viral oder bakteriell bedingte Infektion, eine Autoimmunkrankheit, Stoffwechselstörung oder neurologische Erkrankung zurückzuführen sind, gehen meist von selbst zurück, sobald die Grunderkrankung gezielt behandelt wird. Wird die Myalgie durch die Einnahme bestimmter Medikamente wie Statine, Diuretika oder Antibiotika ausgelöst, sollten diese in Absprache mit dem behandelnden Arzt abgesetzt oder durch alternative Arzneistoffe ersetzt werden. Dies führt dazu, dass die durch den Wirkstoff verursachten Gewebeschäden oder Dysbalancen im Nährstoffhaushalt der Muskulatur zurückgehen und die Schmerzen nachlassen.

In vielen Fällen ist eine wiederkehrende oder langanhaltende Myalgie auf einen Mangel bestimmter Nährstoffe zurückzuführen. Stehen dem Körper keine ausreichenden Mengen an Magnesium und Calcium zur Verfügung, sind schmerzhafte Krämpfe der Muskulatur häufige Folgen. Vor allem bei sportlicher Betätigung besteht ein Mehrbedarf dieser Mineralstoffe. Daher sollten Menschen, die häufig unter Muskelkrämpfen leiden, auf eine magnesiumreiche Ernährung achten. Nüsse und Samen, Vollkorngetreide sowie Obst und Gemüse enthalten hohe Mengen an Magnesium und Calcium und sollten daher täglich auf dem Speiseplan stehen. Gehen die Muskelkrämpfe trotz einer Verbesserung der Ernährungsgewohnheiten nicht zurück, ist eine umfassende ärztliche Untersuchung unumgänglich, um einen durch Organstörungen verursachten Mineralstoffmangel auszuschließen. Wird ein chronischer Mangelzustand diagnostiziert, kann der Arzt die Supplementation mit einem hochwertigen Nahrungsergänzungsmittel vorschlagen.

Bei Vorliegen einer chronischen Myalgie, die sich durch Muskelverspannungen im Bereich der Schulter-, Rücken- und Nackenpartie bemerkbar macht, ist eine konsequente Korrektur von Fehlhaltungen im Alltag unvermeidbar. Eine einfache und wirksame Maßnahme ist der Einsatz von ergonomischen Möbeln am Arbeitsplatz. Diese ermöglichen eine korrekte Sitzposition, die die Wirbelsäule dauerhaft entlastet. Ebenso bedeutsam sind das regelmäßige Ändern der Körperposition während der Arbeit sowie Pausen, in die körperliche Bewegung integriert wird. Lockerungsübungen und Massagen tragen dazu bei, das betroffene Muskelgewebe zu entspannen. Das Schlafen in Rückenlage mit einem möglichst flachen Kopfkissen ermöglicht eine vollständige Regeneration der Wirbelsäule während der Nachtruhe. Seitenschläfer sollten in ein spezielles Kissen investieren, das eine natürliche Krümmung der Wirbelsäule im Schlaf unterstützt. Unabhängig von der Liegeposition können punktelastische Matratzen mit 7-Zonen-Stützsystemen die Körperhaltung nachhaltig positiv beeinflussen.

Sanfte Sportarten wie Yoga und Gymnastik, Schwimmen, Radfahren, Nordic Walking oder Langlaufen leisten ebenfalls einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Stärkung der Wirbelsäule und gesamten Muskulatur. Gleichzeitig fördert regelmäßige Bewegung den Stressabbau, was sich äußerst positiv auf den Verlauf einer Myalgie auswirkt. Wird die Myalgie in erster Linie durch chronische Stressbelastung im Beruf oder Privatleben ausgelöst, sind auch Thai-Chi, Meditation, autogenes Training und andere Entspannungstechniken empfehlenswert.

Schulmedizinische Behandlungsmöglichkeiten bei chronischen Muskelschmerzen

Um einer chronischen Myalgie erfolgreich entgegenzuwirken, stehen verschiedene Behandlungsverfahren zur Verfügung. Zu den konservativen Therapiemaßnahmen zählen neben der Gabe von Schmerzmitteln auch Krankengymnastik und Kräftigungsübungen für geschwächte Muskelpartien. Fortschrittlichere Methoden sind zum Beispiel die Behandlung mit Geräten, die mit elektrischen Impulsen oder mittels Vibration arbeiten, welche auch regelmäßig zu Hause durchgeführt werden kann. Liegt der Myalgie eine Fehlstellung im Bereich der Wirbelsäule oder Gelenke zugrunde, können Schuheinlagen, Orthesen und andere orthopädische Maßnahmen in vielen Fällen eine Heilung bewirken. Lediglich bei schwerwiegenden Schädigungen oder Fehlstellungen der Wirbelsäule ist eine operative Behandlung unumgänglich. Auch Verletzungen von Muskelfasern, wie sie vor allem bei sportlicher Extrembelastung durch abrupte Bewegungsabläufe entstehen, können unter Umständen einen chirurgischen Eingriff notwendig machen. Dies gilt insbesondere für Muskelrisse, bei denen eine Schädigung von mehr als zwei Dritteln des Faserquerschnitts vorliegt. Oft geht ein schwerer Muskelfaserriss auch mit Hämatomen einher, die operativ behandelt werden müssen, um den chronischen Muskelschmerzen entgegenzuwirken.

Alternative Therapieansätze zur Linderung einer Myalgie

Verschiedene Therapiekonzepte können wesentlich dazu beitragen, bei akuter und chronischer Myalgie die Selbstheilung der betroffenen Muskelfasern anzuregen und das Schmerzempfinden positiv zu beeinflussen. Hierzu zählen die Neuraltherapie, Akupressur und Akupunktur sowie Behandlungen mit elektrischem Strom, Ultraschall oder lokaler Vibrationstherapie. Die Elektrotherapie macht sich die Stimulation und Lockerung der Muskel- und Nervenfasern durch die sanfte Einwirkung von Strom zunutze. Ultraschallgeräte hingegen erzeugen Schwingungen, die einen schnellen Abtransport von Stoffwechselnebenprodukten aus dem Bindegewebe in Gang bringen. Dies bewirkt eine bessere Durchblutung und damit verbunden eine erhöhte Nährstoffversorgung der Zellen, wodurch die körpereigenen Selbstheilungsprozesse beschleunigt werden. Die Lokale Vibrationstherapie macht sich die „Gate-Control“-Theorie zunutze, die besagt, dass der Schmerz von den Vibrationen „überlagert“ und vom Gehirn nicht der Schmerz, sondern die Vibrationen wahrgenommen werden. Dieser Effekt reicht über die Behandlung hinaus an. Regelmäßig angewendete Wärmebehandlungen mit feuchten Kompressen, Infrarotlicht, Heizkissen, Umschläge und Bäder mit ätherischem Rosmarin-, Lavendel- und Melissenöl sowie Packungen mit Moorschlamm oder Fango können die Heilung einer chronischen Myalgie ebenfalls begünstigen und tragen wesentlich dazu bei, das Wohlbefinden der Patienten nachhaltig zu verbessern.

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Ein beträchtlicher Anteil aller Menschen mit Querschnittlähmung leidet an einer sogenannten Tetraplegie. Diese Schädigung der Wirbelsäule kann vielfältige Ursachen haben und macht eine umfassende Langzeit-Therapie notwendig. Im Folgenden lesen Sie, durch welche Geschehnisse diese Ausprägung der Querschnittlähmung ausgelöst wird und welche Behandlungsansätze zur Verfügung stehen.

Was ist eine Tetraplegie?

Der Begriff Tetraplegie beschreibt eine Ausprägung der Querschnittlähmung, die von einer Schädigung der Halswirbelsäule ausgeht. Er setzt sich aus den griechischen Termini “tetra” für “vier” und “plege” für “Lähmung” zusammen. Bei rund der Hälfte aller Menschen, die unter einer Querschnittlähmung leiden, liegt eine Tetraplegie vor. Die andere Hälfte ist von einer sogenannten Paraplegie betroffen, die auf eine Rückenmarkschädigung im Bereich unterhalb der Brustwirbelsäule zurückzuführen ist und nur die unteren Extremitäten betrifft.

Mögliche Ursachen einer Tetraplegie

Ob sich eine Querschnittlähmung als Tetra- oder Paraplegie manifestiert, hängt davon ab, in welchem Bereich der Wirbelsäule das Rückenmark verletzt oder geschädigt wurde. Beiden Formen der Querschnittlähmung liegen Zerstörungen von Nervenzellen oder Unterbrechungen von Nervenfasern zugrunde. Solche Schädigungen können durch unterschiedliche Ereignisse oder Erkrankungen zurückzuführen sein. In den meisten Fällen, bei rund fünfzig bis sechzig Prozent aller Patienten, wird eine Querschnittlähmung durch Traumata ausgelöst. Solche Verletzungen entstehen vor allem im Rahmen von Unfällen im Straßenverkehr oder bei sportlichen Aktivitäten. Neben Extremsportarten gehen auch beliebte sportliche Freizeitbeschäftigungen wie etwa Skifahren und Snowboarden, Klettern, aber auch Radfahren immer mit einem gewissen Verletzungsrisiko einher. Aus diesem Grund sind vor allem jüngere Menschen von Querschnittlähmungen betroffen. Auffallend ist, dass der Anteil an Tetraplegie-Patienten in dieser Altersgruppe besonders hoch ist. Da Männer grundsätzlich risikobereiter sind als Frauen, sind männliche Tetraplegiker mit fast siebzig Prozent deutlich in der Überzahl.

Neben Verkehrs- und Sportunfällen sind verschiedene Erkrankungen häufige Auslöser einer Tetraplegie. Diese können wie etwa die Kinderlähmung oder eine Syringomyelie angeboren sein. Es ist auch möglich, dass eine solche Querschnittlähmung als Folge von neurologischen Autoimmunerkrankungen auftritt. Durch bisher nicht vollständig geklärte Auslöser richtet sich das Immunsystem gegen körpereigenes Gewebe und zerstört dieses im Rahmen chronisch-entzündlicher Prozesse. Jene Autoimmunerkrankung, der als Auslöser der Tetraplegie besondere Bedeutung zukommt, ist die Multiple Sklerose. Auch infektiöse Erkrankungen, die durch Viren oder Bakterien verursacht werden, können eine Tetraplegie zur Folge haben. Infektionen mit Herpes-Viren wie beispielsweise Herpes zoster, Varizellen, das Eppstein-Barr- und das HI-Virus kommen als Ursachen ebenso in Betracht wie Mykoplasmen, Brucellen und andere bakterielle Erreger. Auch Tumorerkrankungen, Osteoporose sowie Thrombosen und Embolien von Arterien, die im Rückenmark verlaufen, spielen als mögliche Ursachen von Querschnittlähmungen ein Rolle.

Nur äußerst selten entwickelt sich eine Querschnittlähmung aus Erkrankungen, die durch Nährstoffmängel ausgelöst werden. So ist es möglich, dass eine durch Vitamin-B1-Mangel verursachte Polyneuritis mit einer Tetraplegie einhergeht. Schädigungen des Rückenmarks und neurologische Erkrankungen können auch durch chronische oder akute Vergiftungen eintreten. Dadurch stehen verschiedene toxische Gefahrstoffe ebenfalls in Verdacht, das Risiko für eine Tetraplegie zu erhöhen. Allerdings bleiben die genauen Ursachen für toxisch bedingte Schädigungen des Rückenmarks in vielen Fällen ungeklärt.

Primäre Symptome einer Tetraplegie

Der medizinische Begriff Tetraplegie bezieht sich auf die Lähmung, die bei dieser Erkrankung alle vier Gliedmaßen betrifft. Die Paraplegie führt zu Funktionsstörungen in der Muskulatur des Rumpfes und der Beine. Bei Vorliegen einer Tetraplegieist zusätzlich auch die Bewegungsfähigkeit der Armmuskulatur eingeschränkt.

Durch äußere Krafteinwirkungen bei Unfällen oder erkrankungsbedingte Einflüsse kommt es zu Schädigungen der Nervenbahnen im Bereich des Rückenmarks. Sind im Rahmen einer Tetraplegie die absteigenden Nervenbahnen betroffen, hat dies zur Folge, dass vom Gehirn an die Arme und Beine ausgesendete motorische Signale nicht mehr vollständig übertragen werden. Bei Verletzungen oder Schädigungen aufsteigender Nervenfasern kommt es zu einem Verlust des sensorischen Empfindens. Viele Menschen, die unter dieser Form der Tetraplegie leiden, spüren in den Gliedmaßen keinen Schmerz oder nehmen Temperatureinwirkungen auf der Haut nicht mehr wahr. In schweren Fällen ist auch die Atmungsfähigkeit vermindert oder erheblich eingeschränkt.

Weitere mögliche Symptome und Komplikationen

Bei schweren Ausprägungen geht eine Tetraplegie nicht nur mit dem Verlust motorischer und sensorischer Fähigkeiten einher, sondern auch mit Funktionsstörungen innerer Organe. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Verletzung des Rückenmarks auch Störungen im autonomen Nervensystem verursacht. Dadurch ist die unwillkürliche Kontrolle über Organsysteme und den Blutkreislauf ebenfalls beeinträchtigt. Dies kann sich in Funktionsstörungen im Bereich des Magen-Darm-Traktes, der Blase und der Sexualorgane manifestieren. Auch die unwillkürliche Regulation der Herzfrequenz, der Körpertemperatur oder des Blutdrucks ist ein häufig auftretendes Begleitsymptom. Die Patienten sind dadurch deutlich anfälliger für Infektionen und degenerative Prozesse, die zum Abbau von Gewebe im Bereich des Bewegungsapparats führen.

Zentrale Aspekte der Behandlung einer Tetraplegie

Die Behandlung von Tetraplegien erfordert eine umfassende Betreuung von Medizinern, Therapeuten und Pflegepersonal mit fachlicher Spezialausbildung und stützt sich auf mehrere Säulen. Abhängig von den Ursachen und der Ausprägung der Querschnittlähmung kommen in der Regel chirurgische Verfahren, fachneurologische Untersuchungsmethoden sowie verschiedene physiotherapeutische Ansätze zur Anwendung. Da viele Betroffene aufgrund ihrer Lebenssituation Depressionen entwickeln oder sogar suizidgefährdet sind, gilt auch die Psychotherapie als wichtiger Bestandteil der Behandlung.

Schulmedizinische Behandlungsansätze bei Tetraplegien

Wenn nach einem Unfall der Verdacht auf eine Querschnittlähmung besteht, wird der Patient umgehend in die Klinik eingewiesen. Nach einer entsprechenden Diagnose erfolgt in vielen Fällen eine Operation, die eine Entlastung des Rückenmarks und die Stabilisierung der Wirbelsäule zum Ziel hat. Offene Verletzungen können im Rahmen eines chirurgischen Eingriffs geschlossen werden. Zur Reparatur von Quetschungen oder Rissen von Nervenfasern stehen bis heute jedoch keine operativen Methoden zur Verfügung.

Im Rahmen einer neurologischen Untersuchung werden die Funktionen von Nerven und Muskulatur genau gemessen und das Ausmaß der Schädigung beurteilt. Darauf abgestimmt leiten die behandelnden Ärzte verschiedene akute Behandlungsmaßnahmen ein, um das Ausmaß der Gewebsschädigungen zu minimieren. Dies trägt maßgeblich dazu bei, wichtige Körperfunktionen zu erhalten und damit den Verlauf der Erkrankung positiv zu beeinflussen. Ebenso bedeutsam ist das Erstellen eines langfristigen Behandlungsplans zur Vorbeugung möglicher Komplikationen und Folgeerkrankungen wie Thrombosen sowie Infektionen und Entzündungen innerer Organe. Auch oft auftretende Funktionsstörungen des Magen-Darm-Traktes und der Harnwege sowie durch die eingeschränkte Bewegungsfähigkeit verursachte Druckgeschwüre müssen schulmedizinisch behandelt werden.

Chancen der Physiotherapie in der Behandlung einer Tetraplegie

Nach der Erstversorgung wird eine intensive, meist viele Jahre andauernde Rehabilitationsbehandlung eingeleitet. Der individuelle Therapieplan richtet sich nach dem Allgemeinzustand des Patienten und dem Ausmaß der Symptome und Begleiterkrankungen. Ziel ist immer eine bestmögliche Wiederherstellung der Selbstständigkeit des Betroffenen.

Die Lähmung, die im Rahmen einer Tetraplegie auftritt, kann eine komplette oder inkomplette Ausprägung annehmen. Bei einer inkompletten Ausprägung sind noch sensorische und motorische Fähigkeiten vorhanden, die im Rahmen der Therapie aktiviert und erfolgreich trainiert werden können. Eine gezielte Sitzoptimierung im Rollstuhl und das Training im Umgang mit diesem gewährleisten die notwendige Versorgung des Patienten im Alltag. Das regelmäßige therapeutische Bewegen der Gliedmaßen aktiviert den Kreislauf und verhindert Muskelverkürzungen und Fehlstellungen. Um das Körpergefühl zu verbessern, wird der behandelnde Therapeut verschiedene Trainingsmethoden anwenden. Dadurch können Lagewechsel beim Sitzen und Liegen geübt, der Gleichgewichtssinn gestärkt und effiziente Rollstuhlfahrtechniken erlernt werden. Abhängig vom Lähmungsniveau kann auch eine Atemtherapie notwendig sein.

Einen besonders wichtigen Stellenwert nehmen nach Ablauf der ersten Rehabilitationsphase Maßnahmen zur Sehnenumlagerung und Ellbogenstreckung ein. Diese tragen wesentlich dazu bei, aus dem Rollstuhl aus alltägliche Tätigkeiten wie etwa das Ergreifen von Gegenständen oder das Bedienen eines Lichtschalters wieder zu bewerkstelligen. Solche Fähigkeiten erhöhen die Lebensqualität der Patienten und erlauben ein gewisses Maß an Unabhängigkeit, die das Selbstbewusstsein stärkt und wieder eine aktivere Teilnahme am Familien- und Sozialleben ermöglicht.

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Der Tennisarm, auch Epicondylitis radialis humeri genannt, entsteht als Folge einer einseitigen Belastung oder Überbelastung von Muskulatur und Sehnen im äußeren Bereich des Ellenbogens. Durch die Schmerzen geht er für die Betroffenen mit erheblichen Einschränkungen bei alltäglichen Bewegungen einher. Eine Epicondylitis lässt sich jedoch in der Regel gut behandeln. Im Folgenden erfahren Sie, welche sanften Therapiemaßnahmen im akuten und chronischen Stadium Erfolg zeigen.

Eine Epicondylitis langfristig erfolgreich und
nebenwirkungsfrei behandeln

In der Schulmedizin stehen für die Therapie einer Epicondylitis verschiedene Behandlungsansätze zur Verfügung, die zwar die akuten Symptome bekämpfen, jedoch mit Nebenwirkungen verbunden sind. Im Rahmen der häufig eingesetzten Infiltrationstherapie werden Kortison, Lokalanästhetika oder Botulintoxin ins Gewebe injiziert. Dies kann je nach eingesetztem Arzneistoff mit Hautschwellungen, einem erhöhten Blutdruck oder Taubheitsgefühlen in den Fingern einher gehen. In manchen Fällen erfolgt die schulmedizinische Behandlung auch operativ. Dies führt zu einer irreversiblen Durchtrennung von Muskeln am Sehnenursprung. Ein langfristiger Heilungserfolg kann jedoch nur erzielt werden, wenn sich das gereizte Gewebe nachhaltig erholt und regeneriert. Dies kann unter Umständen auch mit alternativen Behandlungsmethoden und verschiedenen, einfach zuhause durchführbaren Therapiemaßnahmen erzielt werden.

1. Anwendungen mit Wärme oder Kälte

Einer Linderung der Schmerzen kommt sowohl bei einem akuten als auch bei einem chronischen Tennisarm eine zentrale Rolle zu. Behandlungen mit Kälte oder Wärme in Form von Kompressen und Umschlägen wirken sich äußerst positiv auf das Schmerzempfinden aus, wobei der Erfolg einer solchen Therapie durch individuelle Faktoren bestimmt ist. Die Patienten müssen selbst herausfinden, welche Art der Behandlung den gewünschten Erfolg erzielt. Im akuten Stadium einer Epicondylitis haben sich Kälteanwendungen besonders bewährt. Dafür wird ein Eisbeutel in ein dünnes Tuch eingeschlagen und mehrmals täglich für etwa zwanzig bis dreißig Minuten auf die betroffene Stelle gelegt. Wichtig sind etwa einstündige Pausen zwischen den einzelnen Anwendungen. Ein chronischer Tennisarm hingegen wird eher durch wiederholte Wärmeanwendungen positiv beeinflusst. Eine einfache Möglichkeit, die Heilung durch Wärmeeinwirkung zu fördern, ist eine regelmäßig durchgeführte Therapie mit der Rotlichtlampe.

2. Tennisarmmit Naturheilmitteln behandeln

Verschiedene Kräuter entfalten bei unterschiedlichen Erkrankungen von Muskeln und Sehnen nachweislich schmerzlindernde und heilende Eigenschaften. Eine natürliche und sanfte Möglichkeit, einen anfänglichen Tennisarmerfolgreich zu behandeln, ist das regelmäßige Einreiben der betroffenen Körperstelle mit Johanniskraut- oder Rosmarinöl. Ebenso empfehlenswert ist es, täglich Ringelblumensalbe oder eine Propolis-Salbe aus der Apotheke dünn auf den Arm aufzutragen. Heublumenbäder bewirken bei Epicondylitis eine Entspannung und Beruhigung des betroffenen Gewebes. Dazu werden getrocknete Heublumen aus der Apotheke in eine längliche Schüssel mit lauwarmen Wasser gegeben. Der Arm sollte darin etwa fünfzehn Minuten gebadet werden und anschließend noch einige Zeit ruhen.

3. Umschläge mit Weißkohl oder Quark

Zu den bewährten Hausmitteln, die bei einem akuten Tennisarm eine schmerzlindernde Wirkung entfalten, zählen Quark und der in den Blättern des Weißkohls enthaltene Pflanzensaft. Diese können in Form kühlender oder wärmender Wickel und Auflagen eingesetzt werden. Für deren Herstellung werden Baumwolltücher mit Quark dick bestrichen oder mit dem aus den Weißkohlblättern frisch gepressten Saft getränkt und anschließend um den Arm gewickelt. Ein zusätzlich darüber geschlagenes, vorher leicht erwärmtes Wolltuch erhöht den schmerzlindernden Effekt. Idealerweise haben die Auflagen oder Wickel eine Stunde Zeit, um ihre heilende Wirkung gänzlich zu entfalten. Wichtig ist, diese nicht zu fest anzulegen, damit der Arm nicht abgeschnürt wird.

4. Schmerzlinderung durch eine Epicondylitis-Spange

Das Tragen einer in Sanitätshäusern und gut sortierten Sportgeschäften erhältlichen Epicondylitis-Spange ist eine wirksame und unkomplizierte Maßnahme, um das gereizte Gewebe zu schonen undzu beruhigen. Dabei handelt es sich um eine spezielle Bandage, die bei einem Tennisarm Druck auf die überbelasteten Muskeln und Sehnen ausübt. Dies führt zu einer Dämpfung der Bewegungen und dadurch zu einer Entlastung und Stabilisierung der betroffenen Stelle, die einen schnellen Heilungsprozess begünstigen. Gleichzeitig bewirkt das Tragen einer Epicondylitis-Spange auch eine deutliche Linderung der Schmerzen. Eine solche Bandage kann auch bei einer Neigung zu chronischem Tennisarm getragen werden, wenn sich bestimmte belastende Bewegungen berufsbedingt nicht vermeiden lassen.

5. Dehnungsübungen lösen schmerzhafte Verkrampfungen

Bei einem Tennisarm handelt es sich nicht um eine Entzündung, sondern um eine Reizung des Sehnenansatzes, ausgelöst durch eine Verkrampfung der Muskulatur. Täglich mehrmals durchgeführte Dehnungsübungen wirken dieser Verkrampfung entgegen, beugen einer langfristigen Sehnenverkürzung vor und sind daher eine effektive Maßnahme, um einen Tennisarmursächlich zu behandeln. Gerade im Anfangsstadium kann der Verlauf dadurch äußerst positiv beeinflusst werden, In der Regel lassen die Schmerzen bereits nach ein bis zwei Wochen deutlich nach. Eine besonders wirksame Übung ist das Ausstrecken des Ellenbogens und anschließende Drehen des Unterarms nach innen sowie der schmerzenden Hand zur Seite. Die Finger zeigen gleichzeitig nach außen. Die dadurch erzeugte Spannung sollte mindestens zehn, besser zwanzig Sekunden lang gehalten werden.

6. Querfriktionsmassage zur Lockerung der Muskulatur

Um Verspannungen und Verklebungen der Muskeln im betroffenen Bereich zu lösen, kann zuhause auch eine Querfriktionsmassage durchgeführt werden. Dabei wird mit zwei quer zum Muskel angelegten Fingern einige Minuten lang ein Druck erzeugt, der Spannungen reduziert und die Durchblutung anregt. Die Querfriktionsmassage ist zu Beginn etwas unangenehm, sollte jedoch keinesfalls zu schmerzhaft sein.

7. Homöopathie als ganzheitliche Therapie einer Epicondylitis

Um einen Tennisarm auf sanfte und weitgehend nebenwirkungsfreie Weise zu behandeln, haben sich in der Homöopathie verschiedene Präparate erfolgreich bewährt. Die Behandlung zieltdarauf ab, die Beschwerden zu lindern und das überbelastete Gewebe nachhaltig zu stärken. Die Wahl eines geeigneten homöopathischen Mittels richtet sich danach, welche Beschwerden der Tennisarm verursacht. Bei akuten Schmerzen empfiehlt sich die Einnahme von Arnica-Globuli oder eines Präparates auf Basis von Ruta graviolens. Bei Bewegungsschmerzen hingegen ist Bryonia das Mittel erster Wahl. Wichtig ist, die Einnahme im Rahmen der homöopathischen Behandlung einer Epicondylitis immer auf einen Wirkstoff zu beschränken.

8. Schallwellentherapie als heilende Mikromassage

Die regelmäßige Anwendung eines Schallwellengerätes bewirkt bei vielen akuten und chronischen Schmerzen des Bewegungsapparats eine nachhaltige Linderung der Beschwerden. Durch den Kontakt des Schallkopfes dringen die Schallwellen über die Haut mehrere Zentimeter tief in das geschädigte Gewebe der Muskeln und Sehnen. Dort regen sie die Durchblutung an, wodurch die Nährstoffversorgung der Zellen erhöht wird. Nicht nur im akuten Stadium einer Epicondylitisbewirkt eine Schallwellentherapie eine beschleunigte Heilung, Zellregeneration und Schmerzlinderung. Auch Menschen, die berufsbedingt einem hohen Risiko ausgesetzt sind, einen Tennisarm zu entwickeln, profitieren von dieser sanften Therapiemaßnahme. Die zuhause regelmäßig durchgeführte Anwendung eines Schallwellengerätes trägt wesentlich dazu bei, einer Entstehung und Chronifizierung der Schmerzen vorzubeugen.

9. Tennisarm mit Akupunktur behandeln

Die traditionelle chinesische Medizin geht davon aus, dass sich ein Tennisarm aufgrund eines von inneren Organen ausgehenden Energiestaus entwickelt. Entlang des Meridians, der vom Dickdarm zu Lunge und Zwerchfell verläuft, liegen einige Punkte, die bei einem Tennisarm durch die Akupunktur gezielt aktiviert werden können. Ziel dieser Behandlung der Epicondylitis ist eine Mobilisierung der Selbstheilungskräfte, die eine Linderung der Schmerzen bewirkt. Viele Patienten berichten davon, dass bei einem Tennisarm bereits nach wenigen Behandlungssitzungen eine deutliche Verbesserung der Beschwerden eintritt. Für einen dauerhaften Heilungserfolg werden insgesamt zwanzig, zweimal wöchentlich durchgeführte Behandlungseinheiten empfohlen.

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Wenn normales Gehen oder das Ergreifen von Gegenständen durch den Ausfall eines Beines oder Armes auf einer Körperseite nicht mehr möglich sind, liegt eine sogenannte Hemiparese vor. Diese Form der Halbseitenlähmung kann Menschen jeder Altersgruppe betreffen. Lesen Sie im Folgenden, welche Erkrankungen einer Hemiparese zugrunde liegen können und welche Therapiekonzepte in der Behandlung erfolgreich zum Einsatz kommen.

Was ist eine Hemiparese?

Unter dem medizinischen Begriff der Hemiparese sind unvollständige oder leichte Halbseiten- beziehungsweise Einseitenlähmungen zusammengefasst. Das Wort setzt sich aus den griechischen Termini “hemi” für “halb” und “páresis” für “erschlaffen” zusammen. Eine Hemiparese betrifft nur eine Körperhälfte und manifestiert sich in Lähmungen einzelner Muskelgruppen. Sie wird nicht als eigenständige Erkrankung definiert, sondern tritt als Begleiterkrankung oder Symptom einer Grunderkrankung auf.

Da sich eine Hemiparese in den meisten Fällen als Folge eines Schlaganfalls oder Apoplex entwickelt, sind vor allem ältere Menschen von dieser Form der Lähmung betroffen. Ein überwiegender Anteil der Patienten ist älter als siebzig Jahre. Einem Schlaganfall liegt in der Regel eine Arteriosklerose zugrunde. Da Männer rund fünfmal häufiger unter Arterienverkalkung leiden als Frauen, sind auch die Schlaganfall- und Hemiparese-Patienten zu einem überwiegenden Teil männlich. Abhängig von der Grunderkrankung können jedoch Menschen jeder Altersgruppe von einer Hemiparese betroffen sein. In Deutschland erkranken rund viertausend Menschen pro Jahre aus verschiedenen Gründen an einer unvollständigen Halbseitenlähmung.

Mögliche Ursachen einer Hemiparese

Jede Hemiparese ist auf eine Schädigung eines begrenzten Areals in einer Gehirnhälfte zurückzuführen. Dabei ist immer die der betroffenen Körperseite gegenüberliegende Gehirnhälfte geschädigt. Die spiegelverkehrten Ausfälle sind dadurch erklärbar, dass eine Gehirnhälfte immer die Muskulatur der gegenüberliegenden Körperseite steuert.

Hemiparesen können unterschiedliche Ursachen haben und durch Stoffwechselstörungen, Unfälle oder entzündliche Erkrankungen bedingt sein. Als häufigste Ursache solcher Hirnschäden gilt Sauerstoffmangel, der durch Durchblutungsstörungen entsteht. Ist ein Blutgefäß verstopft, verengt oder sogar verschlossen, kommt es zu einer Unterversorgung des Nervengewebes mit sauerstoffreichem Blut und lebenswichtigen Nährstoffen. Vorübergehender Sauerstoffmangel im Gehirn löst in erster Linie Schlaganfälle aus. Die Folge ist ein Absterben der betroffenen Nervenzellen, wodurch es zu abrupten Unterbrechungen der Reizweiterleitung vom Gehirn zur Muskulatur und damit verbunden zu plötzlich auftretenden Lähmungen kommt. Mehr achtzig Prozent aller Fälle von Hemiparesen entstehen durch eine Durchblutungsstörung in einem begrenzten Hirnareal. Es kann aber auch vorkommen, dass eine Hemiparese durch einen epileptischen Anfall verursacht wird.

Es ist auch möglich, dass sich eine Hemiparese als Folge oder Begleitsymptom einer durch Viren oder Bakterien ausgelösten entzündlichen Erkrankung entwickelt. Als Ursachen kommen verschiedene Ausprägungen der Meningitis und der Enzephalitis in Betracht. Weitere Ursachen sind Kopfverletzungen, die als Folge von Unfällen entstehen. Auch bösartige Tumore, die sich im Gehirn ausbreiten und umliegendes Nervengewebe zerstören, lösen oft eine Hemiparese aus. Bei solchen erkrankungsbedingten Hemiparesen entwickeln sich die Symptome schleichend über einen längeren Zeitraum hinweg. Genetische Faktoren können die Entstehung von unvollständigen Halbseitenlähmungen ebenso begünstigen. Solche Hemiparesen entwickeln sich bereits während der Schwangerschaft und sind daher angeboren. Die betroffenen Babys kommen dann mit einem gelähmten Arm oder Bein zur Welt. Auch vorgeburtliche Komplikationen sowie Gehirnblutungen und entzündliche Erkrankungen des Embryos können eine angeborene Hemiparese verursachen.

Anzeichen und Symptome einer Hemiparese

Eine Hemiparese manifestiert sich in erster Linien in Lähmungen der Extremitäten der rechten oder linken Körperhälfte. Abhängig von der Lokalisation des geschädigten Hirnareals ist entweder ein Bein oder ein Arm betroffen. Die Lähmung führt zu erheblichen Einschränkungen der Bewegungsfähigkeit, da Gehen und Laufen oder das Heben und Bewegen von Gegenständen nicht mehr möglich sind. In rund dreißig Prozent aller Fälle entwickeln die Patienten auch Spastiken in den betroffenen Extremitäten. Die Bewegungen finden dann überschießend oder unkoordiniert statt, da die Muskelspannung der betroffenen Körperhälfte durch die Störungen der Reizweiterleitung zu schwach oder zu stark ausgeprägt ist. Ist nur der Arm betroffen, kann der Patienten weiterhin stehen und sich fortbewegen. Dennoch leiden viele Menschen mit einer Hemiparesean erheblichen Gleichgewichtsstörungen und Koordinationsproblemen. Hinzu kommen oft Sensibilitätsstörungen in den betroffenen Gliedmaßen. Die Patienten können dann Schmerzen oder Temperatureinwirkungen auf der Haut nur mehr ungenau wahrnehmen.

Vor allem nach einem Schlaganfall sind oft nicht nur Extremitäten, sondern auch die Gesichtsmuskeln betroffen. Bei dieser Ausprägung handelt es sich um eine sogenannte Faszialisparese, die sich in Lähmungen einer Gesichtshälfte bemerkbar macht. Die Betroffenen können die Muskeln in bestimmten Gesichtsbereichen nicht mehr kontrollieren, wodurch es zu Einschränkungen in der Mimik kommt. Diese sind in Form von eingefallenen oder hängenden Gesichtszügen deutlich zu erkennen. Sind auch die Lippen und die Zunge beteiligt, können Probleme in der Artikulation die Folge sein. Neben Sprachstörungen, einem verlangsamten Sprechen und der Unfähigkeit, zu lächeln und beide Mundwinkel symmetrisch zu bewegen, leiden die Patienten auch daran, dass ihnen Speichel aus dem Mund tropft, ohne dass sie dies bemerken oder kontrollieren können. Es ist zudem möglich, dass auch jene Muskeln, die für die Bewegungen der Augäpfel zuständig sind, nicht mehr ausreichend funktionieren. Dies kann zu verschwommenem Sehen oder Doppelbildern führen. Sind größere Hirnareale geschädigt, geht eine Hemiparese mitunter auch mit Einschränkungen der mentalen Leistungsfähigkeit einher. Kinder, die unter einer angeborenen Hemiparese leiden, entwickeln sich jedoch in geistiger Hinsicht meist völlig normal.

Möglichkeiten der Behandlung von Hemiparesen

Wird im Rahmen einer neurologischen Untersuchung eine unvollständige Halbseitenlähmung diagnostiziert, kommen abhängig von den Auslösern verschiedene Behandlungsmethoden zur Anwendung. Nach einem Schlaganfall muss zunächst eine medikamentöse Therapie eingeleitet werden, um die Blutgerinnsel im Gehirn aufzulösen. Dazu stehen blutverdünnende Präparate mit verschiedenen Wirkstoffen wie etwa Tenecteplase zur Verfügung. Liegt der Hemiparese eine entzündliche Erkrankung zugrunde, erfolgt deren medikamentöse Behandlung abhängig vom Erreger als Gabe von Virostatika oder Antibiotika. Operative Maßnahmen kommen zum Einsatz, wenn verletzungsbedingte Blutungen im Gehirn vorliegen oder ein Tumor Auslöser der Halbseitenlähmung ist. Bei Tumorerkrankungen können die behandelnden Ärzte auch eine Chemotherapie oder eine Strahlentherapie einleiten.

Im Anschluss an die Akutbehandlung wird ein interdisziplinäres Rehabilitationsprogramm konzipiert, das darauf abzielt, die Bewegungsfähigkeit des Patienten zu verbessern oder wiederherzustellen. Abhängig von den Einschränkungen und den betroffenen Körperbereichen stützt sich die Behandlung auf physiotherapeutische, ergotherapeutische und logopädische Maßnahmen. Das ganzheitliche und interdisziplinäre Bobath-Konzept ist heute die Therapieform erster Wahl. Es bewirkt bei vielen Patienten eine Anbahnung angepasster beidseitiger Bewegungsabläufe, eine Normalisierung des Muskeltonus und der Wahrnehmung der eigenen Körperfunktionen sowie die Wiederherstellung einer intakten Mund-, Schluck-, Zungen- und Gesichtsmotorik. In vielen Fällen zeigt eine Bewegungstherapie vor allem nach Schlaganfällen bereits innerhalb einiger Monate deutliche Erfolge. Die Betroffenen lernen durch gezielte Übungen, die Muskulatur im Rahmen alltäglicher Bewegungen bewusst zu trainieren. Auch die Forced Used Therapie und die Anwendung von Orthesen haben sich in der Behandlung von Hemiparesen erfolgreich bewährt. In der Ergotherapie steht das Trainieren der Feinmotorik im Vordergrund, damit alltägliche Handlungen geübt und dadurch ein gewisses Maß an Selbständigkeit wiedererlangt werden. Eine intensive logopädische Betreuung ermöglicht den Patienten, die Lippen- und Zungenmuskulatur wieder gezielt zu nutzen, um Laute zu bilden und sich sprachlich verständigen zu können.

Eine Hemiparese, die von einer Spastik begleitet wird, erfordert eine besonders enge Zusammenarbeit zwischen Therapeuten und Medizinern. Zusätzlich zum individuell erarbeiteten Therapie-Konzept können die behandelnden Ärzte Botox in die betroffenen Muskelregionen injizieren. Dies führt zu einer Entspannung der Muskulatur, bewirkt eine Linderung der spastischen Schübe und erleichtert die Arbeit der Ergotherapeuten. Menschen, die aufgrund einer Hemiparese Depressionen oder Ängste entwickeln, werden zusätzlich psychotherapeutisch betreut. Dies ist nicht nur für die Wiederherstellung der seelischen Gesundheit notwendig, sondern fördert auch die Motivation der Patienten und beeinflusst dadurch den Erfolg des interdisziplinären Therapie-Konzeptes.

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Eine Veränderung des Stimmklanges sowie eine eingeschränkte Belastungsfähigkeit der Stimme sind typische Symptome einer Dysphonie. Häufig klingt die Stimme dann heiser, rau oder behaucht. Diese Stimmstörung ist für die Betroffenen mit einem erheblichen Leidensdruck verbunden, vor allem, wenn sie im beruflichen Alltag auf ihre Stimme angewiesen sind. Im Folgenden erfahren Sie, wodurch Dysphonien ausgelöst werden können und welche Therapiemaßnahmen zur erfolgreichen Behandlung der reduzierten stimmlichen Leistungsfähigkeit zur Verfügung stehen.

Was ist eine Dysphonie?

Unter dem Begriff “Dysphonie” sind verschiedene Stimmstörungen zusammengefasst, die vielfältige Ursachen haben können. Das Wort leitet sich von den griechischen Termini “dys” für “falsch” und “phoné” für “Ton” ab. Je nach Ausprägung können Dysphonien zu weiteren Verschlechterungen oder sogar zum gänzlichen Verlust der Stimmleistung führen. Kommt es durch die Störung zu Stimmlosigkeit, liegt eine sogenannte Aphonie vor. Die Produktion einer gesunden Stimme setzt ein optimales Zusammenspiel zwischen den beteiligten Organsystem voraus: Atemapparat, Kehlkopf und Ansatzrohr (Rachen-, Mund- und Nasenraum). Kommt es in einem dieser Bereiche zu einer Störung, kann eine Dysphonie entstehen. Eine solche Störung kann vielfältige Ursachen haben. Abhängig von den Auslösern der Erkrankung wird daher zwischen organischen und funktionellen Stimmstörungen unterschieden.

Mögliche Ursachen einer organischen Dysphonie

Einer organischen Dysphonie liegen organische Veränderungen am Kehlkopf zugrunde. Diese werden für den behandelnden Arzt im Rahmen einer Laryngoskopie erkennbar. Dabei wird unterschieden zwischen erworbenen und angeborenen Veränderungen des Kehlkopfes. Organische Veränderungen des Kehlkopfes können unter anderem durch einen Fehlgebrauch des Stimmapparates entstehen. Diese Fehlbelastung kann beispielsweise zu einer sogenannten Knötchenbildung führen. Dabei bilden sich durch andauernde Überlastung an den Stimmlippen Verdickungen der Schleimhaut, die die Stimmbildung behindern. Eine organische Dysphonie kann jedoch auch als Folge von entzündlichen Prozessen, Tumoren oder Verletzungen des Stimmapparates entstehen. Werden durch Verletzungen oder Operationen (beispielsweise an der Schilddrüse) die zuleitenden Nerven geschädigt, kommt es zu einer Stimmlippenlähmung, die zur Behinderungen der Atmung und Beeinträchtigungen der Stimmfunktion führen kann.

Ebenso kommen chronische Reflux-Erkrankungen sowie stiller Reflux als Ursachen für diese Form der Erkrankung in Betracht. Das mit solchen Krankheiten verbundene Aufsteigen von Magensäure oder sauren Gasen über der Speiseröhre bis in den Rachen führt unbehandelt auf Dauer zu einer Reizung und Schädigung des Gewebes im Kehlkopf, was sich unter anderem auch in Stimmstörungen manifestieren kann.

Funktionelle Dysphonien und ihre Auslöser

Lassen sich am Stimmorgan keine organischen Veränderungen feststellen, liegt eine sogenannte funktionelle Dysphonie vor. Die Funktion des Phonationssystems ist dabei eingeschränkt und es besteht ein Ungleichgewicht zwischen Kehlkopf- und Atemmuskulatur. Dabei geht eine hyperfunktionelle Dysphonie häufig mit einem erhöhten Kraftaufwand der Muskulatur einher. Dieser ist bei einer hypofunktionellen Dysphonie eher vermindert. Sehr häufig tritt jedoch die gemischte Dysphonie auf, die sowohl hyper- als auch hypofunktionelle Symptome aufweist. Die Ursachen für eine funktionelle Stimmstörung sind meistens sehr vielfältig und setzen sich aus verschiedenen Faktoren zusammen. So führt zum Beispiel ein gewohnheitsmäßig falscher Stimmgebrauch in Verbindung mit einer beruflichen oder privaten Belastungssituation zu einer überhöhten Stimmbelastung.

Anzeichen und Symptome einer Dysphonie

Dysphonien können sich durch Heiserkeit und eine raue Stimme ebenso bemerkbar machen wie durch gepresste und harte Stimmeinsätze. Ebenso können eine leise bis klangarme Stimme oder eine behauchte Tongebung charakteristisch sein. In jedem Fall ist die Stimmleistung stark eingeschränkt, was die Kommunikationsfähigkeit der Betroffenen erheblich beeinträchtigt. Viele Patienten leiden bei längerem Sprechen unter Verspannungen oder sogar Schmerzen im Halsbereich. Häufig kommt es zu dem Gefühl, dauerhaft einen Kloß im Hals zu haben. Die Ausprägung und Dauer der Beschwerden einer Dysphonie können – abhängig von den jeweiligen Ursachen – unterschiedlich sein. Durch Erkältungen verursachte, entzündungsbedingte oder durch vorübergehende Überbelastung der Stimmlippen ausgelöste Dysphonien äußern sich meist in Heiserkeit, die nach wenigen Tagen von selbst wieder abklingt und keine ärztliche Behandlung notwendig macht. Dauern die stimmlichen Beschwerden jedoch länger als zwei Wochen an, sollten Betroffene immer einen HNO-Arzt oder einen Facharzt für Phonatrie konsultieren. Dieser wird eine umfassende Anamnese durchführen und mithilfe verschiedener Diagnoseverfahren die genauen Ursachen definieren. Darauf abgestimmt kann im Anschluss eine individuelle Therapie konzipiert werden.

Möglichkeiten der Behandlung einer Dysphonie

Bei Vorliegen von organischen Dysphonien richtet sich die Behandlung immer nach den Ursachen. Durch Infektionen oder Reflux-Erkrankungen ausgelöste Stimmstörungen werden in der Regel medikamentös behandelt. Um Gewebeveränderungen wie Zysten, Granulome oder Polypen zu entfernen, kommen in der Schulmedizin verschiedene chirurgische Verfahren zur Anwendung. Im Anschluss daran wird eine stimmtherapeutische Maßnahme erforderlich, um den richtigen Gebrauch der Stimme zu trainieren. Bei einer funktionellen Dysphonie ist eine stimmtherapeutische Behandlung beispielsweise bei einem Logopäden notwendig. Im Rahmen einer ausführlichen Stimmdiagnostik werden die pathologischen Merkmale sowie die verbliebenen Stimmressourcen zunächst genau beurteilt. Darauf basierend erstellt der behandelnde Therapeut einen Therapieplan, um alle an der Stimmgebung beteiligten Funktionen zu optimieren.

Ein wichtiger Aspekt der stimmtherapeutischen Behandlung einer Dysphonie ist der Bereich Atmung. Um die Wahrnehmung der Atmung zu verbessern, wird beispielsweise mit der lokalen Vibrationstherapie gearbeitet. Dadurch wird die Erschließung der Atemräume und die Vertiefung der Atmung gut unterstützt und der Patient lernt langfristig eine optimierte Atemtechnik, die eine wichtige Grundlage der Stimmfunktion darstellt. Durch Stimmübungen erlernen die Patienten wieder ein klang- und kraftvolles sowie resonanzreiches Sprechen. Somit wird die Stimme entlastet und die Stimmgebung optimiert. Durch verschiedene Sing- und Sprechübungen wird die Funktion des Kehlkopfes verbessert, seine Muskulatur gestärkt und Fehlspannungen werden abgebaut. Neben Übungen zur Aussprache lernen die Patienten auch stimmschädigende Umgebungsfaktoren am Arbeitsplatz und im alltäglichen Umfeld zu identifizieren und gezielt zu vermeiden.

Liegt eine Stimmbandlähmung vor, ist ein unmittelbarer Beginn einer stimmtherapeutischen Behandlung äußerst wichtig, um die Funktion der Stimme zu verbessern. Dazu werden verschiedene Verfahren der Stimmtherapie angewendet, bei denen Stimmübungen im Mittelpunkt stehen. Durch die gleichzeitige Anwendung der lokalen Vibrationstherapie wird die Stimmfunktion zusätzlich stimuliert und jegliche Phonationsübungen können mit einem zusätzlichen Reiz verstärkt werden.

Grundsätzlich wird die Stimmtherapie individuell auf den jeweiligen Patienten abgestimmt. Sowohl die Ursachenforschung als auch die Unterstützung beim Transfer der neu erlernten Stimm- und Sprechmuster in den Alltag werden bei der ganzheitlich ausgerichteten Behandlung berücksichtigt.

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Für Dysarthrophonie-Patienten werden der verbale Ausdruck und der soziale Kontakt mit den Mitmenschen zu einer großen Herausforderung. Die Sprechstörung kann verschiedene Ursachen haben und lässt sich in vielen Fällen gut behandeln. Im Folgenden erfahren Sie, welche Therapieansätze Erfolg zeigen und was Betroffene und ihre Mitmenschen tun können, um die richtigen Rahmenbedingungen für eine lebendige Kommunikation zu schaffen.

Dysarthrophonie – Definition und alternative Bezeichnungen

Die Dysarthrophonie beschreibt eine erworbene, vorwiegend Erwachsene betreffende Sprechstörung. Sie ist auf Schädigungen des peripheren oder zentralen Nervensystems zurückzuführen. In der Fachsprache ist auch der Begriff Dysarthrie gebräuchlich. Abhängig von den betroffenen Gehirnarealen kann sich eine Dysarthrophonie in verschiedenen Beschwerden manifestieren, die zu mehr oder weniger ausgeprägten Einschränkungen der Sprachproduktion führen.

Mögliche Ursachen und Auslöser einer Dysarthrophonie

Die Fähigkeit eines Menschen, sich durch Worte auszudrücken, basiert auf einem komplexen Zusammenspiel mehrerer fein aufeinander abgestimmter Bewegungen. An diesen scheinbar automatischen Bewegungsabläufen sind über hundert verschiedene Muskeln beteiligt. Dabei kommen mit der Atmung, der Stimme und der Artikulation drei Funktionssysteme zur Anwendung. Um Laute und Worte zu produzieren, müssen alle beteiligten Muskeln des Zwerchfells, des Kehlkopfs sowie des Mund-, Rachen- und Nasenraums uneingeschränkt funktionieren. Kommt es aufgrund von Gewebsschädigungen zu Lähmungen oder zu einer gestörten Koordination zwischen Gehirn, Nerven und Muskeln in einem dieser Körperbereiche, sind Fehlfunktionen beim Sprechen, die sich in Form einer Dysarthrophonie manifestieren, die Folge.

In den meisten Fällen tritt eine Dysarthrophonie nicht als eigenständige Störung auf, sondern als Symptom einer Grunderkrankung. Diese kann durch ein bestimmtes Ereignis wie etwa einen Unfall ausgelöst werden oder sich im Rahmen einer fortschreitenden Erkrankung entwickeln. Bei der Definition der möglichen Ursachen einer Dysarthrophonie unterscheiden Mediziner fünf Gruppen. Frühkindliche Schädigungen des Gehirns, in erster Linie Zerebralparesen, können mitunter zu einer Dysarthrophonie führen. Häufig tritt die Sprechstörung als Folge eines Schlaganfalls auf. Gehirntumore sowie durch Verletzungen und Unfälle bedingte Schädelhirntraumata werden zu einer weiteren Ursachengruppe zusammengefasst. Auch Syndrom-Erkrankungen können durch eine Dysarthrie begleitet sein. Andere Ursachen sind fortschreitende neurologische Erkrankungen. Zu dieser Ursachengruppe werden unter anderem die Multiple Sklerose, Morbus Parkinson, die sogenannte Huntingtonsche Chorea oder die Heredo Ataxie gezählt.

Symptome und Formen einer Dysarthrophonie

Eine Dysarthrophonie kann abhängig von Ausprägung und Schweregrad verschiedene Symptome hervorrufen. Grundsätzlich ist die Störung immer durch Veränderungen des Sprechens gekennzeichnet, die unterschiedlicher Natur sein können. Die Patienten sind nicht in der Lage, alle am Sprechen beteiligten Bewegungen der Phonation, des Atmens und der Artikulation richtig zu koordinieren. Die Sprache des Betroffenen kann dadurch undeutlich, verzerrt, abgehackt oder verwaschen sein, wie alkoholisiert wirken, sich auffallend monoton anhören, deutlich verlangsamt oder zu schnell sein. Es ist möglich, dass vorwiegend die Stimme betroffen ist, die dann zu leise, zu gepresst, nasal, rau oder heiser klingt. Eine beeinträchtigte Stimmqualität kann sich auch darin äußern, dass der Patient zu laut oder in einer veränderten Tonhöhe spricht. Oft sind auch die Gesichts- und Mundmuskeln in ihrer Bewegungsfähigkeit stark eingeschränkt oder es bereitet durch das Vorliegen einer Dysarthrophonie das Schlucken Probleme, was mit unkontrolliertem Speichelfluss, Husten und Verschlucken sowie Behinderungen der Nahrungsaufnahme einhergeht. Im schlimmsten Fall führt die Störung dazu, dass sich der Patient nicht mehr sprachlich verständlich machen kann. Allen reinen Dysarthrien ist jedoch gemeinsam, dass weder das Sprachverständnis noch die Intelligenz, das Kommunikationsbedürfnis und der Wortschatz der Betroffenen beeinträchtigt sind. Die Fähigkeit, zu lesen sowie grammatikalisch und orthographisch korrekt zu schreiben, bleibt bei einer reinen Dysarthrophonie immer erhalten.

Abhängig vom Erscheinungsbild und den Auslösern der Störung werden mit der spastischen, der hypotonen, hyperkinetischen, hypokinetischen, der ataktischen und gemischten Dysarthrophonie sechs Formen unterschieden. Allerdings ist keine der Ausprägungen durch spezifische und einheitliche Symptome gekennzeichnet. Es ist auch möglich, dass sich die Beschwerden bei ein und demselben Patienten im Krankheitsverlauf stark verändern.

Möglichkeiten der Therapie von Dysarthrien

In der Logopädie kommen verschiedene Therapieansätze zur Anwendung, um eine Dysarthrophonie zu behandeln. Durch die Vielzahl an verschiedenen Formen und Symptombildern der Störung muss jede Therapie patientenspezifisch und individuell konzipiert werden. Ein Kind oder ein Erwachsener, der von Kindesalter an mit einer Dysarthrie lebt, benötigt andere Therapieformen und -frequenzen als ein Mensch, der nach einem Unfall oder einem Schlaganfall plötzlich unter einer erworbenen Sprechstörung leidet. In jedem Fall ist die Fähigkeit des Therapeuten, eine motivierende Beziehung zu dem Betroffenen aufzubauen, eine wichtige Grundvoraussetzung für den langfristigen Behandlungserfolg. Die logopädische Therapie einer Dysarthrophonie zielt je nach Ausprägung und Schweregrad der Störung darauf ab, die selbständige Kommunikationsfähigkeit zu verbessern, wiederherzustellen oder in Form alternativer Wege zu erarbeiten. Ein wichtiger Aspekt der Behandlung ist die Funktionstherapie, die oft in enger Zusammenarbeit mit einem Physiotherapeuten konzipiert wird. Im Mittelpunkt stehen zunächst Verbesserungen der Kopf- und Körperhaltung sowie ein Ausgleichen einer zu hohen Körperspannung mit gezielten Übungen. Im weiteren Verlauf der Therapie werden die Funktionen der Atmung, der Phonation und der Artikulation trainiert. Ein bewusstes Durchführen der Bauchatmung unter Anleitung des Therapeuten bewirkt eine Verlängerung des Atemstroms, was einen nachhaltig positiven Effekt auf die Stimm-und Lautproduktion ausübt. Verschiedene Übungen für die Stimmlippen und die Muskulatur des Kehlkopfes erzielen eine harmonische Schwingung, wodurch sich die Fähigkeit, verschiedene Töne zu halten und eine in angemessener Lautstärke und natürlich klingende Stimme zu produzieren, deutlich verbessert. Auch die Mundmotorik kann mit logopädischen Übungen gezielt trainiert werden. Massagen und Vibrationstherapien entfalten eine positive Wirkung auf den Muskeltonus und die Lähmungen im Bereich der Lippen, Zunge und des Gaumensegels.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der logopädischen Therapie einer Dysarthrophonie ist die gezielte Kommunikationsförderung, um den zwischenmenschlichen Alltag der Betroffenen positiv zu beeinflussen. Dies geschieht in der Regel durch Rollenspiele, die von den realen Lebensbedingungen des jeweiligen Patienten inspiriert sind und bestimmte Probleme im alltäglichen sozialen Umgang beseitigen. Wenn das Sprechen aufgrund der körperlichen Einschränkungen nicht möglich ist, kann der Therapeut andere Kommunikationskanäle öffnen und gezielt einsetzen, damit trotz der sprachlichen Einschränkungen ein zwischenmenschlicher Kontakt möglich ist. In vielen Fällen können intensiv geschulte Gestik und Mimik als Alternative genutzt werden. Um die Schriftsprache gezielt anzuwenden, kommen sowohl das Schreiben und künstlerische Ausdrucksmittel als auch elektronische Hilfsmittel zur Anwendung. Der Einsatz von Computern kann bei Menschen mit Bewegungsunfähigkeiten wesentlich dazu beitragen, den Spracherwerb zu fördern und Ihnen zu ermöglichen, mit Ihrem sozialen Umfeld in Kontakt zu treten.

Verhaltenstipps für Betroffene und ihre Mitmenschen

Menschen, die unter einer Dysarthrophonie leiden, können einiges dazu beitragen, um sich selbst und ihrer Umgebung die Kommunikation zu erleichtern. Der verbale Austausch sollte stets in einer ruhigen Umgebung ohne Hintergrundgeräusche wie Straßenlärm oder Radio stattfinden. Bei längerem Sprechen sind Pausen und das Trinken von etwas Wasser, bei vermehrtem Speichelfluss das regelmäßige bewusste Schlucken, oft sehr hilfreich. In Stresssituationen ist es sinnvoll, auch das Schreiben sowie die Gestik gezielt zu nutzen, um es zu vermeiden, nicht gleich verstanden zu werden. Durch ein selbstbewusstes Auftreten des Betroffenen, direkten Blickkontakt sowie das Aufklären der Mitmenschen über die eigene Erkrankung werden die Gesprächspartner geduldig und ruhig zuhören, auch wenn die Sprache verzerrt oder eingeschränkt ist.

Diese sollten sich immer darum bemühen und sich die Zeit nehmen, ihr von einer Dysarthrophonie betroffenes Gegenüber richtig zu verstehen und im Zweifelsfall nachzufragen. Durch Wiederholen des Verstandenen wird der Betroffene entlastet, da er nicht ganz von vorne beginnen muss. In der Kommunikation mit Dysarthrophonie-Patienten ist stets Rücksicht gefragt, denn diese können durch die Anstrengung, sich verständlich auszudrücken, schnell ermüden. Außerdem sind deren Sprachfähigkeiten stark von äußeren Einflüssen wie Wetterbedingungen oder Stress abhängig. Auch bei unerwarteten oder der Situation unangemessenen emotionalen Ausdrücken wie Weinen oder Lachen ist es immer empfehlenswert, sensibel zu reagieren und nachzufragen. Ein einfühlsames Verhalten von beiden Seiten verhindert Missverständnisse und ermöglicht den Betroffenen, in einen lebendigen Kontakt mit ihrer Umwelt zu treten.

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Eine Sehnenentzündung kann in unterschiedlichen Körperbereichen auftreten und ist mit lokal begrenzten, mitunter starken Schmerzen verbunden. Daher ist es wichtig, bereits beim ersten Auftreten der Beschwerden zu handeln, um einem Fortschreiten der Entzündungsprozesse rechtzeitig entgegenzuwirken. Im Folgenden erfahren Sie, welche Ursachen einer Sehnenentzündung zugrunde liegen können und welche wirksamen schulmedizinischen und alternativen Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Was ist eine Sehnenentzündung?

Die Sehnen sind aus Fasergewebe aufgebaute, feste Stränge, die die Knochen mit der sie umgebenden Muskulatur verbinden. Eine Sehnenentzündung oder Tendinitis entsteht aufgrund von Verletzungen solcher Faserstränge, die im betroffenen Gewebe Entzündungsreaktionen hervorrufen. Eine Tendinitis tritt vorwiegend ab dem mittleren Lebensalter auf. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Sehnen ab dem fünften Lebensjahrzehnt naturgemäß anfälliger für Tendopathien werden. Solche Sehnenschwächen führen vor allem bei regelmäßiger Beanspruchung häufig zu kleinen Rissen und in weiterer Folge zu Entzündungen, wenn der Körper nicht in der Lage ist, die Verletzungen selbst zu heilen. Allerdings können auch jüngere Menschen an einer Sehnenentzündung erkranken, vor allem dann, wenn sie sportlich sehr aktiv sind.

Da bestimmte Sehnen besonders anfällig für Entzündungen sind, tritt eine Tendinitis an einigen Körperstellen auffallend häufig auf. Sind die Sehnen der Schultern, die für deren Drehbewegungen sowie das Hochziehen und Senken der Arme verantwortlich sind, verletzt und entzünden sich, sprechen Mediziner von einer Tendinitis der Rotatorenmanschette. Diese Erkrankung gilt als der häufigste Auslöser von Schulterschmerzen. Bei einer Achillotendinitis liegt eine Sehnenentzündung im Bereich der Achillesferse vor. Weit verbreitet sind auch Entzündungen der Bizepssehne sowie der seitlich an den Knien und neben den Hüften verlaufenden Faserstränge zwischen Knochen und Muskulatur. An den Händen sind häufig die Beugesehnen an den Fingern betroffen. Das De-Quervain-Syndrom, auch Tendovaginitis stenosans de Quervain genannt, beschreibt eine Entzündung jener Sehnen, mit denen die Daumen von der Hand weg nach außen bewegt werden.

Symptome und Verlauf einer Tendinitis

Eine Sehnenentzündung verursacht im Anfangsstadium meist keine oder nur geringe Beschwerden, weshalb die Betroffenen keinen Anlass sehen, sich in ärztliche Behandlung zu begeben. Mit der Zeit nehmen die Schmerzen allerdings kontinuierlich an Intensität zu. Zunächst sind sie nur bei Bewegung der betroffenen Körperstelle zu spüren, im weiteren Krankheitsverlauf machen sie sich auch im Ruhezustand deutlich bemerkbar. Das Auftreten von Schwellungen und Rötungen sowie eine Erwärmung der betroffenen Körperstelle sind ebenfalls mögliche Symptome einer Tendinitis. Je nach Lokalisation der Entzündung lassen sich die nächstgelegenen Gelenke an Armen und Fingern oder das betroffene Knie nur mehr unter starken Schmerzen bewegen oder abspreizen.

Wird eine Sehnenentzündung nicht behandelt, kann es zu einer Chronifizierung kommen, die mit auch nachts anhaltenden starken Schmerzen einhergeht. Hält die Erkrankung länger an, wird die Ablagerung von Kalzium im betroffenen Gewebe begünstigt. Dies hat zur Folge, dass es neben den Schmerzen auch allmählich zu einer Schwäche und Steifheit der Gelenke kommt. Häufig wird dies im Bereich der Schultern beobachtet. Eine unbehandelte Tendinitis der Rotatorenmanschette kann daher langfristig zu erheblichen Beeinträchtigungen der Bewegung von Schultern und Armen führen. Auch in anderen Körperbereichen können die Kalkablagerungen Gewebsschäden verursachen. Knirschende, knackende oder knarrende Geräusche bei Bewegungen sind deutliche Anzeichen für solche Ablagerungen. Bei schweren Ausprägungen der Erkrankung bilden sich mit der Zeit knotige Verdickungen. Durch solche Strukturschäden steigt bei ausbleibender Behandlung auch das Risiko für einen Sehnenriss.

Mögliche Ursachen einer Sehnenentzündung

Eine Sehnenentzündung kann vielfältige Ursachen haben, entsteht jedoch in den meisten Fällen durch eine übermäßige, falsche oder einseitige Belastung verschiedener Körperbereiche. Wer aufgrund beruflicher Verpflichtungen ständig wiederholte Tätigkeiten ausübt, ist einem besonderen hohen Risiko ausgesetzt, eine Sehnenentzündung zu entwickeln. Dies betrifft Büroangestellte, die hauptsächlich am Computer arbeiten, ebenso wie Handwerker verschiedener Berufssparten. Auch die ununterbrochene Nutzung von Tablets und Smartphones kann das Auftreten einer Tendinitis begünstigen. Beim Sport ist vor allem plötzliche starke Belastung ohne vorangehende Aufwärmübungen für das Auftreten einer Sehnenentzündung verantwortlich. An den Achillessehnen können zudem durch das Tragen von falsch sitzendem Schuhwerk und die dadurch entstehende Reibung Verletzungen entstehen, die eine Entzündungsreaktion bedingen. Das De-Quervain-Syndrom betrifft viele junge Mütter, da sie ihre Babys und Kleinkinder häufig mit ausgestreckten Armen hochheben und dabei deren Gewicht in erster Linie die Handgelenke stark belastet.

Sehnen- und Sehnenscheidenentzündungen können zudem als Begleitsymptome einer rheumatoiden oder reaktiven Arthritis, systemischen Sklerose oder Gicht auftreten. Auch als Folge einer allergischen Reaktion auf Arzneistoffe kann sich eine Tendinitis entwickeln. Seltener ist die Erkrankung auf eine Infektion mit Gonokokken zurückzuführen. Diese Bakterien verursachen Tripper, eine sexuell übertragbare Erkrankung und können unter anderem im Fasergewebe der Schultern, Finger, Hüften, Füße und Handgelenke Entzündungsreaktionen hervorrufen.

Konventionelle und schulmedizinische Behandlungsmöglichkeiten

Befindet sich eine Sehnenentzündung im Anfangsstadium, ist es in der Regel ausreichend, den betroffenen Körperbereich zu entlasten, um eine Verschlimmerung der Schmerzen und ein Fortschreiten der Entzündung zu verhindern. Das Tragen eines Stützverbandes oder einer Schiene ist eine wirksame Maßnahme zur Schonung des betroffenen Gewebes. Kühlende Umschläge oder Wärmeanwendungen erzielen eine schnelle Linderung akuter Beschwerden.

Bei einer bereits fortgeschrittenen Sehnenentzündung wird der Arzt die auf maximal zehn Tage begrenzte Anwendung nichtsteroidaler Antirheumatika vorschlagen. Diese wirken den Entzündungsprozessen entgegen und lindern die Schmerzen. Bei starken Schmerzen, die auch im Ruhezustand auftreten, stehen in der schulmedizinischen Behandlung verschiedene Kortikosteroide zur Verfügung, die in das betroffene Gewebe injiziert werden. Der Einsatz solcher Präparate ist jedoch mit möglichen Nebenwirkungen verbunden, da die Wirkstoffe in den Sehnen vorübergehend auskristallisieren können und dazu führen, dass sich die Schmerzen verstärken. In solchen Fällen sind zusätzlich die Einnahme von Schmerzmitteln und die Anwendung kalter Kompressen notwendig. Tritt eine Tendinitis als Folge einer Grunderkrankung wie Gicht oder Arthritis auf, muss zunächst diese medikamentös behandelt werden. Ein chirurgischer Eingriff wird nur dann in Erwägung gezogen, wenn die Sehnenentzündung eine chronische Ausprägung angenommen oder sich als Begleitsymptom einer rheumatoiden Arthritis entwickelt hat. Auch ein drohender Sehnenriss oder Kalziumablagerungen, die die Beweglichkeit des Patienten erheblich einschränken, machen meist eine operative Entfernung von entzündetem Gewebe notwendig.

Wirksame alternative Therapiemaßnahmen

In der ganzheitlichen und alternativen Medizin stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung, um eine Sehnenentzündung auf sanfte, nebenwirkungsfreie und nicht-invasive Weise erfolgreich zu behandeln. Ziel solcher Maßnahmen ist es, die Selbstheilungskräfte des Organismus zu mobilisieren und dadurch einen Rückgang der Entzündungsreaktionen zu bewirken. Wird der Blutfluss in der verletzten Sehne erhöht, kann diese wieder mit wichtigen Nährstoffen versorgt werden, die die Zellen für ihre Regenerationsprozesse benötigen. Gleichzeitig werden durch die Entzündungen anfallende Stoffwechselprodukte aus dem Gewebe abtransportiert. Akupunktur und lokale Vibrationstherapie haben sich in der sanften Therapie von Sehnenentzündungen besonders erfolgreich bewährt. Sie verbessern gezielt die Blutzirkulation, unterstützen somit Abtransport und lindern gleichzeitig die Schmerzen direkt im betroffenen Körperbereich, ohne die für Schmerzmittel üblichen Nebenwirkungen.

Erst wenn die Entzündungsreaktion eingedämmt ist, kann die Beweglichkeit des erkrankten Körperbereiches im Rahmen einer physiotherapeutischen Behandlung wieder verbessert werden. Durch gezielte Übungen wird die mit den betroffenen Sehnen verbundene Muskulatur gestärkt, wodurch auch weitere Sehnenrisse wirksam verhindert werden können. Auch Massagen, elektrotherapeutische Maßnahmen, Ultraschall und Lokale Vibrationstherapie werden dafür unterstützend eingesetzt. Sie erhöhen den Bewegungsumfang der betroffenen Gelenke und wirken sich positiv auf die Mobilität der Patienten aus.

Einer Tendinitis wirksam vorbeugen

Menschen, die im beruflichen Alltag oft einseitige Bewegungen ausführen oder bestimmte Körperbereiche zu stark belasten, sollten auf regelmäßige Pausen achten oder zwischendurch andere Tätigkeiten ausüben. Bei einem erhöhten Risiko für eine Sehnenentzündung ist die Benutzung einer ergonomischen Maus und Tastatur empfehlenswert. Menschen, die handwerkliche Berufe ausüben, sollten ebenfalls versuchen, eintönige Bewegungsabläufe in regelmäßigen Abständen zu unterbrechen. Konsequente Pausen sind auch während des sportlichen Trainings unerlässlich, um durch Überbelastung bedingte Verletzungen der Sehnen wirksam zu verhindern. Aufwärmübungen, hochwertiges Schuhwerk und ein optimal an die körperlichen Fähigkeiten angepasster Trainingsplan sind wirksame präventive Maßnahmen für sportlich aktive Menschen jeder Altersgruppe.

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Die Zerebralparese ist zusammenfassend gesagt eine bleibende, ab dem frühen Kindesalter bestehende Störung, die mit erheblichen Einschränkungen einhergeht. Ihre Behandlung erfordert eine individuell konzipierte Therapie, die unterschiedliche Fachgebiete miteinschließt. Im Folgenden erfahren Sie, wie eine Zerebralparese entstehen kann, welche Symptome damit einhergehen und welche Behandlungsmaßnahmen zur Verfügung stehen.

Der Begriff Zerebralparese fasst frühkindliche Gehirnstörungen zusammen, die angeboren sind oder sich nach der Geburt entwickeln. Die Bezeichnung setzt sich aus den Fachtermini “cerebral” für “im Gehirn” und “Parese” für “Lähmung” zusammen. Die bleibende Störung hat langfristig negative Auswirkungen auf die Sensomotorik und den Bewegungsapparat der Betroffenen. Abhängig von der Lokalisation der geschädigten Gehirnareale können sich die Symptome einer Zerebralparese in unterschiedlicher Ausprägung manifestieren. Dabei können sowohl die Bewegungsfähigkeit als auch die Sprachfähigkeit, das Gehör, das Sehen oder das Denken beeinträchtigt sein.

Ursachen und Häufigkeit der infantilen Zerebralparese

Schätzungen zufolge treten angeborene oder frühkindliche Gehirnstörungen bei ein bis drei von rund tausend Neugeborenen auf. In den letzten Jahrzehnten hat die Anzahl der Betroffenen zugenommen, da die medizinische Versorgung während und nach der Geburt die Überlebenschancen betroffener Babys deutlich verbessert hat. Auch der Anteil an Frühgeburten, die als wichtiger Risikofaktor für die Entwicklung einer infantilen Zerebralparese gelten, steigt seit einigen Jahrzehnten stetig an.

Eine Zerebralparese geht auf Gehirnschädigungen zurück, die entweder in der pränatalen Phase, während der Geburt oder in den ersten zwei bis vier Lebensjahren entstehen. Abhängig vom Zeitpunkt der Schädigung können verschiedene Ursachen einer Zerebralparese definiert werden. Im Mutterleib erworbene Fehlbildungen des Gehirns entstehen meist aufgrund genetischer Einflüsse oder durch exogene Faktoren. Erstere Ursachen sind auf Genmutationen oder Chromosomenanomalien zurückzuführen. Als exogene Faktoren, die eine Zerebralparese begünstigen, kommen virale oder bakterielle Infektionen, Strahlenbelastung oder ein ungesunder Lebensstil – wie etwa Alkohol- oder Drogenmissbrauch – der werdenden Mutter in Betracht. In der Spätschwangerschaft kann es auch vorkommen, dass die Gehirnschädigung durch Thrombosen oder Embolien verursacht wird. Sauerstoffmangel während der Geburt führt zu einer Zerstörung von Nervenzellen, die eine Zerebralparese bedingt. Nach der Geburt werden meist Gehirnhautentzündungen und vorübergehender Sauerstoffmangel in Folge eines Unfalls als Ursachen diagnostiziert. Es kann aber auch vorkommen, dass Kindesmisshandlung ein Schütteltrauma auslöst, als dessen Folge sich eine Zerebralparese entwickelt.

Hauptsymptome und mögliche Ausprägungen einer infantilen Zerebralparese

Einer Zerebralparese liegt grundsätzlich immer eine gestörte Entwicklung oder Schädigung des zentralen Nervensystems zugrunde. Diese manifestiert sich in erster Linie in einer verlangsamten Motorik, Störungen des Muskeltonus oder einer fehlerhaften Koordination von Bewegungsabläufen. Abhängig von den Symptomen unterscheiden Mediziner zwischen mehreren Formen der Zerebralparese, die häufig miteinander kombiniert auftreten. Bei erhöhtem Muskeltonus und damit verbundener Gliedersteifheit sprechen Ärzte von einer Spastik. Eine Ataxie äußert sich in abgehackten Bewegungen, Störungen von Gleichgewichtssinn und Koordination sowie Problemen, zielgerichtet zu gehen, zu greifen oder zu sehen. Auch Hör- und Sprachstörungen, durch unkontrollierte mimische Abläufe bedingtes Grimassieren sowie Verhaltensstörungen treten bei frühkindlichen Ataxien häufig auf. Bei der Athetose kommt es ebenfalls zu verkrampften, jedoch häufig langsameren unwillkürlichen Bewegungen. Die Betroffenen leiden zudem erheblich darunter, dass der Muskeltonus vom einem Moment zum anderen sekundenschnell von der Entspannung zum verkrampften Zustand wechseln kann.

Bei rund drei Viertel aller Fälle von Zerebralparese sind spastische Lähmungen zu beobachten, die abhängig von der Lokalisation des geschädigten Gewebes im Gehirn unterschiedliche Körperbereiche betreffen können. Auch in diesem Zusammenhang werden mehrere Ausprägungen der Zerebralparese unterschieden. Tritt die spastische Lähmung nur in einem Bein oder Arm auf, liegt eine sogenannte Monoplegie vor. Bei Beteiligung beider Beine oder Arme sprechen Mediziner von einer Paraplegie. Spastische Lähmungen aller Gliedmaßen der rechten oder linken Körperhälfte werden als Hemiparese oder Halbseitenlähmung bezeichnet. Die Tetraparese äußerst sich in spastischen Lähmungen von Armen, Beinen, Rumpf, Hals und Kopf. Sind bei dieser Form der Störung die Beine stärker betroffen als die Arme, wird das Beschwerdebild als Diparese bezeichnet. Bei allen Formen können die Betroffenen zusätzlich unter gelegentlichen epileptischen Anfällen und Sinnesstörungen in Bezug auf das Körpergefühl, die Lageempfindung sowie das Sehen und Hören leiden. Auch vermehrte Speichelproduktion, chronische Obstipation sowie Schluck- und Kaubeschwerden sind als Begleitsymptome möglich.

Verlauf und typische Folgebeschwerden

Die spastischen Lähmungen verursachten ihrerseits verschiedene Beschwerden, die die Bewegungsfähigkeit zusätzlich einschränken. In diesem Zusammenhang sind insbesondere Gelenkversteifungen und Knochenverformungen, die zu Fehlhaltungen führen, bedeutend. Die Haltungsanomalien manifestieren sich in erster Linie in an den Rumpf gedrückten Armen mit einwärts gedrehten Ellenbogen. Charakteristisch für Menschen mit Zerebralparese sind zudem die häufig zu Fäusten geschlossenen Hände, wobei die Daumen eingeschlagen sind. Auch einwärts gedrehte Beine und angewinkelt gebeugte Hüften sowie eine verkrümmte Wirbelsäule sind bei spastischen Lähmungen häufig zu beobachten. Die Anomalien bedingen zudem Verkürzungen der Muskelfasern, die mit einem erheblichen Kraftverlust einhergehen können.

Möglichkeiten der Behandlung einer Zerebralparese

Die möglichst frühe Diagnose spielt in der erfolgreichen Therapie eine wichtige Rolle, um die körperliche und psychische Entwicklung bereits in der frühen Lebensphase positiv zu beeinflussen. In der Regel zeigen sich die ersten Anzeichen einer Zerebralparese bereits in einem Alter von etwa vier bis fünf Monaten, wenn das Baby die ersten Greifbewegungen unternimmt. Häufig wird die Störung allerdings erst dann festgestellt, wenn das Kleinkind zu stehen und zu gehen beginnt.

Um eine Zerebralparese zu behandeln, muss ein multidisziplinäres Therapiekonzept erstellt werden, das sich an der Ausprägung und Lokalisation der Beeinträchtigungen orientiert. Für das betroffene Kind ist es besonders wichtig, dass es von einem festen Therapeutenteam behandelt und mindestens die ganze Kindheit, oft auch das Jugend- und frühe Erwachsenenalter hindurch begleitet wird.

Da die Ursachen der Zerebralparese nicht beseitigt werden können, zielt die Behandlung immer darauf ab, die Funktion des Bewegungsapparats zu verbessern und mögliche Begleitsymptome wie Sprach- oder Schluckbeschwerden zu therapieren. Der Physiotherapie kommt in der Behandlung solcher Störungen eine besonders wichtige Rolle zu. Insbesondere das sogenannte Bobath-Konzept, das bei Kindern aller Altersgruppen zur Anwendung kommt, hat sich erfolgreich bewährt. Im Mittelpunkt der Bobath-Therapie steht die gezielte Förderung durch das Erreichen der offenen Kanäle des kleinen Patienten. Wenn ein Kind nicht spricht, sich dafür aber für Blickkontakt interessiert, wird der Therapeut auf Basis dieses offenen Kanals ein Therapiekonzept erstellen. Die Bobath-Therapie baut immer auf individuell konzipierten Übungen und Techniken auf, die die Motivation des Kindes in den Vordergrund stellen. Auch manuelle Therapien und das Verfahren nach Vojta, das durch die sogenannte Reflexlokomotion elementare Bewegungen mit den Patienten erarbeitet, sind in der Behandlung der Zerebralparese besonders erfolgreich. Außerdem wird die lokale Vibrationstherapie eingesetzt, bei der man im Rahmen der Therapiestunden in den unterschiedlichen Fachbereichen unterstützend das NOVAFON Vibrationstherapiegerät einsetzt. Unabhängig von der eingesetzten Methode spielt eine vertrauensvolle und intensive Beziehung zwischen den Therapeuten und ihren kleinen Patienten eine wesentliche Rolle.

Unterstützend zur Physiotherapie kommen abhängig von der Ausprägung der Störung auch logopädische und ergotherapeutische Methoden sowie orthopädische Maßnahmen zum Einsatz. Durch ein Zusammenspiel dieser Fachgebiete können die Betroffenen Sprach- und Essstörungen überwinden und bei Bedarf durch geeignete Hilfsmittel und medizinische Maßnahmen so weit beweglich bleiben, dass das Risiko für Muskelverkürzungen oder Knochenverformungen sinkt. Unterschiedliche Rehabilitations- und Sportprogramme sowie tiergestützte Therapiemaßnahmen sind für Kinder und Jugendliche mit Zerebralparese ebenfalls sehr gut geeignet. In vielen Fällen ist es notwendig, auch eine psychologische Betreuung der Patienten und ihrer Familienangehörigen einzuleiten. Um die Spastik positiv zu beeinflussen, können verschiedene Medikamente oder lokale Vibrationstherapie zum Einsatz kommen, die den Muskeltonus herabsetzen. Erst wenn eine auf mehreren Säulen aufgebaute Therapie nicht den gewünschten Erfolg zeigt, können die behandelnden Ärzte einen operativen Eingriff in Erwägung ziehen. Vor allem chirurgische Sehnenverlängerungen, Muskeleinkerbungen und Knochenumstellungen können dazu beitragen, das Gleichgewicht der Muskulatur herzustellen. Im Rahmen einer Neurotomie erfolgt eine Durchtrennung von Nervenfasern, die die Spastik mindern kann. Eine solche Operation wird allerdings nur durchgeführt, wenn der Patient nicht gehen kann. Da sie irreversibel ist, unterliegt diese operative Methode einer strengen ärztlichen Indikationsstellung.

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Unter dem Begriff der Ataxie sind verschiedene, den neuronalen Erkrankungen zugeordnete Störungen zusammengefasst, die die Koordination der Bewegungen beeinträchtigen. Sie können durch eine Grunderkrankung ausgelöst werden, auf genetisch bedingte oder erworbene Ursachen zurückzuführen sein. Im Folgenden erfahren Sie, welche Auslöser in Betracht kommen und welche Behandlungsansätze zur Verfügung stehen.

Was ist eine Ataxie?

Eine Ataxie beschreibt eine neurologisch bedingte Erkrankung, die in verschiedenen Ausprägungen auftreten und unterschiedliche Körperbereiche betreffen kann. Vielen Menschen ist das Krankheitsbild gänzlich unbekannt. Dennoch leiden Schätzungen zufolge weltweit 20 von 100.000 Menschen an einer Ataxie. Auch viele Ärzte sind mit der Erkrankung und den damit einhergehenden Symptomen nicht vertraut. Aus diesem Grund werden Ataxien häufig nicht oder falsch diagnostiziert. Für die Betroffenen bedeutet dies enormes Leid, da sie weder über die Ursachen aufgeklärt werden noch eine wirksame Therapie erhalten.

Je nach Schweregrad, Ausprägung, Ursachen und betroffenem Körperbereich wird bei der Ataxie zwischen verschiedenen Formen unterschieden, die mit unterschiedlichen Symptomen einhergehen. Die Klassifikation unterscheidet zudem mehrere Ataxien, deren Namen sich von denen ihrer Entdecker und erstmalig Betroffenen ableiten. Ein Beispiel dafür ist die Batten-Spielmeyer-Vogt-Krankheit, die eine genetisch bedingte juvenile Form beschreibt.

Symptome und Verlauf einer Ataxie

Koordinationsstörungen in verschiedenen Körperbereichen gelten als das Hauptsymptom der Erkrankung. Diese können je nach Form in verschiedenen Körperbereichen auftreten und zu erheblichen Einschränkungen der Bewegungsfähigkeit führen. Bei der sogenannten Standataxie sind Probleme beim Stehen oder Laufen zu beobachten. Menschen, die unter einer Rumpfataxie leiden, können kaum aufrecht sitzen und stehen, dafür bereiten flüssige Bewegungen keine Probleme. Bei der Gangataxie ist das Gegenteil der Fall. Die Betroffenen zeigen beim Sitzen oder Stehen keinerlei Auffälligkeiten, während ihr Gang von schwankenden Bewegungen und einer breitbeinigen Körperstellung geprägt ist. Die Zielbewegungsataxie geht mit Problemen beim Zeigen des Fingers auf ein bestimmtes Objekt einher. Die Ausprägung dieser Form der Erkrankung ist nur dann zu erkennen, wenn sich der Patient in einer Situation befindet, die ein zielgerechtes Deuten verlangt. Die optische Ataxie betrifft die Kontraktion der Augenmuskeln und manifestiert sich in Einschränkungen der zielgerichteten Kontrolle der Augen. Je nach Ausprägung kann die Erkrankung verschiedene Begleitsymptome verursachen. Wenn das Zwerchfell mitbeteiligt ist, treten häufig Sprachstörungen, Schluckbeschwerden oder Stottern auf.

Abhängig vom individuellen Fall kann die Erkrankung unterschiedlich verlaufen. Es ist möglich, dass sich eine Ataxie in Koordinationsstörungen unterschiedlichen Schweregrads manifestiert, die sich in ihrer Ausprägung lange Zeit kaum verändern. Dadurch leben manche Patienten, die die Diagnose erhalten, viele Jahre oder sogar Jahrzehnte mit dieser Störung. In anderen Fällen führt die Krankheit zu einer raschen Verschlechterung der Symptome mit kontinuierlich zunehmender Immobilität. Oft kommt es dann auch zum Auftreten lebensbedrohlicher Folgeerkrankungen wie Thrombosen oder Entzündungen innerer Organe.

Mögliche Ursachen einer Ataxie

Die mit der Erkrankung einhergehenden Störungen der Koordination von Bewegungsabläufen sind auf Veränderungen in der Reizweiterleitung zwischen Kleinhirn, Rückenmark und Nervenbahnen zurückzuführen. Solche Störungen können verschiedene Ursachen haben. Häufig wird eine Ataxie durch einen Schlaganfall ausgelöst, der mit Blutungen oder Sauerstoffmangel im Kleinhirn einhergeht. Auch entzündliche Prozesse im Gehirn, wie sie etwa im Rahmen von Autoimmunerkrankungen oder bakterieller und viraler Infektionen auftreten, können für die Entwicklung einer Ataxieverantwortlich sein. Neben der Multiplen Sklerose kommen Syphilis, HIV, Herpes-Zoster und das Epstein-Barr-Virus sowie die Borreliose als Grunderkrankungen in Frage. Schädigungen im Kleinhirn können zudem durch eine Tumorerkrankung und Metastasierung sowie einen ungünstigen Lebensstil verursacht werden. Insbesondere Bleivergiftungen sowie ein erheblicher Mangel an Vitamin B12 oder E über einen langen Zeitraum haben häufig eine Ataxie zur Folge.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass auch die Genetik eine wesentliche Rolle spielt, wobei diese Ursachen bis heute nicht vollständig erforscht sind. Bekannt ist, dass genetische Fehler zu einer falschen oder unzureichenden Bildung von Neurotransmittern führen, die mit Fehlinformationen zwischen Gehirn und Nerven einhergehen. Erblich bedingte Ataxienkönnen je nach Form bereits im Kindesalter auftreten und mehrere Familienmitglieder betreffen. Neben autosomal-rezessiven existieren auch X-chromosomale Ursachen. Letztere bedingen Ataxien, die ausschließlich bei Männern auftreten.

Möglichkeiten einer Therapie der Ataxie

Da eine Ataxie in den meisten Fällen durch eine Grunderkrankung verursacht wird, zielt die Therapie darauf ab, diese zu behandeln. Bei Infektionen ist die Gabe von Arzneistoffen angezeigt, die die viralen oder bakteriellen Krankheitserreger gezielt bekämpfen oder entzündliche Prozesse durch Überreaktionen des Immunsystems dämpfen. Wurde eine Ataxie durch eine akute oder latente Vergiftung ausgelöst, sollte eine Reinigung des Organismus von den Giftstoffen erfolgen. Je nach Ausprägung und Schweregrad kann dies in der Schulmedizin durch die Gabe verschiedener Medikamente oder in der Naturheilkunde durch die Einnahme von pflanzlichen Präparaten mit entgiftenden Wirkstoffen, Heilerde oder Zeolith bewirkt werden. In vielen Fällen bilden sich die Symptome nach einer vollständigen Giftstoffausleitung von selbst zurück. Ist ein Alkohol- und Drogenmissbrauch als Ursache zu definieren, kann nur der konsequente Verzicht oder ein Entzug die Heilung oder Besserung der Ataxie ermöglichen.

Der behandelnde Arzt wird in den meisten Fällen eine neurologische Untersuchung einleiten. Eine Magnetresonanztomographie gibt Aufschluss darüber, ob ein Gehirntumor als Auslöser in Frage kommt. In solchen Fällen wird ein operativer Eingriff in Erwägung gezogen, sofern dieser möglich ist. Im Rahmen einer Blutuntersuchung kann ermittelt werden, ob ein Vitaminmangel die Erkrankung ausgelöst hat. In solchen Fällen lässt sich eine Ataxie durch eine gezielte und rechtzeitige Supplementation gut behandeln.

Erfolgreiche physiotherapeutische Behandlungsansätze

Besteht der Verdacht, dass eine erblich bedingte Ataxie vorliegt, wird der Arzt verschiedene molekularbiologische Analysen einleiten. Bei genetischen Formen der Erkrankung ist eine ursächliche Behandlung nicht möglich. Die Therapie zielt daher immer darauf ab, die Symptome zu lindern und die Beweglichkeit des Patienten so gut wie möglich zu erhalten oder kontinuierlich zu verbessern. Eine besondere Rolle kommt in diesen Fällen verschiedenen physiotherapeutischen und krankengymnastischen Behandlungsformen zu, wobei solche Maßnahmen bei allen Ataxien, unabhängig von deren Ursachen, unterstützend zur Anwendung kommen sollten.

Zur langfristig wirksamen Behandlung einer Ataxie hat sich vor allem die Koordinative Physiotherapie erfolgreich bewährt. Sie zielt darauf ab, die Bewegungsabläufe, Handlungsfähigkeit und das Gleichgewicht nachhaltig zu verbessern. Im Rahmen von wiederholtem, durch den Therapeuten angeleitetem Üben lernen die Betroffenen, ihre naturgemäß steife Körperposition aufzugeben und die überschießenden beziehungsweise unkontrollierten Bewegungen zuzulassen. Dadurch nehmen die Patienten vorübergehend wieder eine schlangenlinienförmige oder fahrige Bewegung an. Dies begründet den Erfolg der Koordinativen Physiotherapie, denn diese Bewegungen können nun durch gezieltes Training allmählich kontrolliert werden. Im Rahmen koordinativer Trainingseinheiten, die auch gezielte Muskeldehnungsübungen miteinschließen, werden die Mobilität von Gelenken der betroffenen Körperbereiche, die Balance sowie die Kraft, alltägliche Tätigkeiten zu verrichten, gefördert und kontinuierlich gesteigert. Hierfür kommt in den Therapiestunden häufig die lokale Vibrationstherapie zum Einsatz. Durch die verbesserte Handlungsfähigkeit in verschiedenen Alltagssituationen werden die Betroffenen zunehmend unabhängiger, können am sozialen Leben teilhaben und Ängste sowie depressive Verstimmungen überwinden.

Um die Wirksamkeit der Therapie zu unterstützen, können verschiedene Hausmittel eingesetzt werden, die eine Muskelentspannung und Beruhigung der Nerven erzielen. Besonders empfehlenswert sind Kohlwickel und der tägliche Verzehr von Ingwer in Form von Tee oder der frischen Knolle. Die Nährstoffe Selen, Zink, Kupfer und Magnesium regen nachweislich die Bildung von gesundem Nervengewebe an und fördern die Regeneration der Zellen. Unter den Heilkräutern sind vor allem Brennnessel und Thymian zu nennen, deren Inhaltsstoffe ausgleichend auf das Nervensystem wirken. Viele Ernährungswissenschaftler und ganzheitliche Mediziner empfehlen Patienten heute die Ketogene Diät. Diese Ernährungsform führt in vielen Fällen zu einer Verringerung der Symptome einer Ataxie, da das Gehirn mit dringend benötigten Proteinen und verwertbarer Energie versorgt wird und sich nachhaltig regenerieren kann.

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Menschen, die an Fibromyalgie erkranken, gehen oft einen langen Leidensweg, bevor die richtige Diagnose gestellt wird und eine wirksame Therapie eingeleitet werden kann. Die genauen Ursachen der Erkrankung sind bis heute nicht gänzlich erforscht. Dementsprechend zielt die Behandlung darauf ab, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Im Folgenden erfahren Sie, welche körperlichen Veränderungen der Fibromyalgie zugrunde liegen und welche Therapiemaßnahmen sich erfolgreich bewähren.

Was ist Fibromyalgie?

Die Fibromyalgie, auch unter dem Begriff “myofasziales Schmerzsyndrom” bekannt, beschreibt eine nicht-entzündliche Erkrankung, die chronisch und schubweise verläuft und dem rheumatischen Formenkreis zugeordnet wird. Sie gilt als nicht heilbar und schwer zu diagnostizieren, da im Labor ausgewertete Blutbilder und Röntgenuntersuchungen keine Hinweise auf das Vorliegen der Krankheit liefern. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sie keine Schädigungen der inneren Organe, des Skeletts und der Gelenke verursacht. Die Betroffenen leiden unter teils starken, meist generalisierten Schmerzen der Muskulatur und des Bewegungsapparats. Diese manifestieren sich an den von Medizinern als Tender Points bezeichneten Körperbereichen in Form von Brennen, Stechen oder Muskelkater-ähnlichen Beschwerden. Sowohl die Schmerzen als auch die vielfältigen Begleitsymptome wie Erschöpfung, Morgensteifigkeit, Schwellungen, Reizblase und Reizdarm, Tinnitus oder Zittern in den Gliedmaßen führen zu erheblichen Beeinträchtigungen der Lebensqualität und Einschränkungen der Bewegungsfähigkeit. Viele Betroffene leiden zudem an Depressionen, Schlafstörungen und Angstzuständen.

Mögliche Ursachen des myofaszialen Schmerzsyndroms

Die Fibromyalgie ist ein in den westlichen Industrienationen weit verbreiteter Symptomkomplex, der geschätzte vier Prozent der Bevölkerung betrifft. Da Frauen im Vergleich zu Männern um ein Vielfaches häufiger daran erkranken, vermuten Wissenschaftler, dass hormonelle Faktoren die Entstehung einer Fibromyalgie begünstigen. Die Tatsache, dass die Erkrankung in Familien gehäuft auftritt, lässt darauf schließen, dass auch eine genetische Disposition eine Rolle spielen könnte. Die genauen Ursachen der Fibromyalgie konnten jedoch bis heute nicht eindeutig definiert werden.

Lange Zeit nahmen Mediziner an, dass es sich bei der Fibromyalgie um eine Begleiterscheinung psychischer Erkrankungen handelt. Tatsächlich treten die charakteristischen Symptome häufig als Folge von seelischen Traumata oder psychischer Überbelastung auf. Allerdings sind sich die Wissenschaftler heute einig, dass die Fibromyalgie eine eigenständige Krankheit beschreibt. Rein organisch betrachtet liegen der Fibromyalgie bestimmte Störungen zugrunde, die im Bindegewebe, also direkt unter der Haut befindliche Nervenfasern betreffen. Als Ursachen werden Schädigungen des zentralen Nervensystems angenommen, die dazu führen, dass im Gehirn Veränderungen in der Verarbeitung von sensorischen Signalen stattfinden und ein chronisches Schmerzempfinden auslösen. Als Ursachen dieser neurologischen Störungen kommt ein Mangel des Neurotransmitters Serotonin ebenso in Betracht wie starke Schwankungen im Hormonhaushalt, die vor allem durch chronischen Stress bedingt sind.

Mögliche Auslöser einer Fibromyalgie

Obwohl die genauen organischen Ursachen der Fibromyalgie nicht gänzlich erforscht sind, haben Wissenschaftler verschiedene Auslöser definiert. Untersuchungen haben gezeigt, dass viele Frauen, die körperliche oder seelische Gewalt wie etwa sexuellen Missbrauch erfahren haben, besonders häufig an einer Fibromyalgie erkranken. Auch Menschen, die unter Burn-out leiden, sind einem hohen Risiko ausgesetzt, die Krankheit zu entwickeln. Neben hormonellen Einflüssen und psychischen Faktoren kann auch eine zu starke körperliche Belastung oder Überanstrengung über einen längeren Zeitraum die Entstehung einer Fibromyalgie begünstigen. Häufig tritt die Erkrankung plötzlich nach einer Infektion wie beispielsweise einer schweren Influenza auf. Bewegungsmangel, Rauchen und Übergewicht werden ebenfalls zu den wichtigsten auslösenden Faktoren gezählt.

Möglichkeiten einer Therapie der Fibromyalgie

Eine ursächliche Behandlung der Erkrankung ist nach heutigem Wissensstand nicht möglich. Die Therapie einer Fibromyalgie zielt daher darauf ab, durch verschiedene Maßnahmen einer Chronifizierung der Beschwerden entgegenzuwirken und dadurch die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Eine erfolgreiche Behandlung der Erkrankung umfasst mehrere Fachgebiete innerhalb der Medizin und schließt auch konsequente Veränderungen der Lebensgewohnheiten durch die Betroffenen mit ein.

Eine zentrale Rolle kommt der psychologischen Betreuung der Patienten zu. Unter Anleitung eines erfahrenen Psychotherapeuten oder Psychiaters können die Betroffenen lernen, chronischen Stress oder die der Erkrankung zugrundeliegenden seelischen Belastungen zu überwinden. Schmerzbewältigungstechniken, Entspannungsübungen, Meditation oder Biofeedback werden in der Psychotherapie erfolgreich eingesetzt, um den Umgang mit den Beschwerden langfristig zu erleichtern. Bei schwerer Ausprägung der Erkrankung kann eine zeitlich begrenzte Gabe von Antidepressiva zu einer Senkung der Schmerzschwelle und Verbesserung der Schlafgewohnheiten beitragen.

In der Schulmedizin stehen kaum Möglichkeiten zur Verfügung, um eine Fibromyalgie zu behandeln. Da die Einnahme von Schmerzmitteln mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden ist, eignet sich diese Maßnahme nicht für die Anwendung über einen langen Zeitraum. Physikalische Therapiemethoden hingegen haben sich in der langfristigen Behandlung der Fibromyalgie sehr erfolgreich bewährt. Heilpraktikern und Physiotherapeuten stehen unterschiedliche sanfte Methoden zur Verfügung, die darauf abzielen, die Bewegungsfähigkeit der Patienten zu verbessern. Durch die chronischen Muskelschmerzen und die Gelenksteifigkeit leiden viele Betroffene unter erheblichem Bewegungsmangel, der die Symptome einer Fibromyalgie verstärkt und den Verlauf der Erkrankung negativ beeinflusst. Durch physikalische Behandlungsmethoden kann der Körper wieder langsam an Bewegung gewöhnt werden. Dies stärkt und dehnt die Muskulatur und erleichtert den Patienten, sanfte sportliche Betätigung wie Thai Chi, Yoga oder Schwimmen allmählich in den Alltag zu integrieren. Besonders empfehlenswert sind heiltherapeutische Bewegungsübungen, die in Warmwasserbecken oder im Thermalbad zur Anwendung kommen, da sie von den Betroffenen als angenehm und in den meisten Fällen schmerzfrei  empfunden werden.

Ganzheitliche Maßnahmen zur Linderung der Beschwerden

Um den Erfolg einer physikalischen Behandlung zu beschleunigen, können unterstützend verschiedene alternative und ganzheitliche Therapieansätze zur Anwendung kommen. Bei akuten Schmerzen sind Akupunktur, Behandlungen mit Infrarotlicht, warme Moorpackungen und Kälteanwendungen besonders empfehlenswert. Begleitend setzen viele Physiotherapeuten die Elektrotherapie und die lokale Vibrationstherapie ein, um die Schmerzen nachhaltig zu lindern. Massagen, Lymphdrainagen und Fango können ebenfalls dazu beitragen, das Wohlbefinden der Betroffenen zu verbessern.

Menschen mit Fibromyalgie können selbst einiges dazu beitragen, um ihre Lebensqualität langfristig positiv zu beeinflussen. Der Verzicht auf bestimmte Lebensmittel, die das Schmerzempfinden erhöhen, ist eine wichtige ganzheitliche Maßnahme zur Verbesserung der Lebensqualität. Betroffene sollten alle säurebildenden Lebensmittel, vor allem rotes Fleisch und Wurstwaren, Zucker, Fertignahrung und Weißmehlprodukte weitgehend vom Speiseplan streichen. Um den Hormonhaushalt zu stabilisieren, sollte die Ernährung hohe Mengen an Omega-3-Fettsäuren aus hochwertigen Pflanzenölen und fettem Seefisch sowie tägliche Portionen an Obst und Beeren, Trockenfrüchten, Nüssen, Kräutern und Blattgemüse umfassen. Diese Lebensmittel enthalten hohe Konzentrationen an Mineralstoffen, Vitaminen und Antioxidantien, die sich nachweislich positiv auf die Schmerzverarbeitung im Gehirn auswirken. Insbesondere Zink, Magnesium, einige Vitamine der B-Gruppe sowie die Aminosäure L-Tryptophan kurbeln die körpereigene Synthese von Serotonin an und sollten dem Körper daher in möglichst hohen Mengen zur Verfügung gestellt werden.

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Die Myopathie ist eine äußerst komplexe Erkrankung, die unterschiedliche Ursachen haben kann und sich in vielfältigen Symptomen manifestiert. Sowohl Kinder als auch Erwachsene können in jedem Lebensalter betroffen sein. Im Folgenden erfahren Sie, welche Auslöser für diese Muskelerkrankung in Frage kommen und welche schulmedizinischen und alternativen Behandlungsmaßnahmen deren Verlauf positiv beeinflussen können.

Was ist eine Myopathie?

Dieser Terminus dient in der Medizin als Sammelbegriff für verschiedene Erkrankungen, die in erster Linie mit Schwächen und Degenerationen im Bereich der Muskulatur einhergehen. In den meisten Fällen ist die Skelettmuskulatur betroffen. Selten tritt eine Myopathie im Bereich der Muskulatur des Herz-Kreislaufsystems auf. Ärzte sprechen in solchen Fällen von einer sogenannten Kardiomyopathie. Innerhalb dieser Gruppe von Krankheitsbildern wird zwischen Muskeldystrophien sowie verschiedenen Formen kongenitaler, toxischer, endokriner und metabolischer Myopathien unterschieden. Dabei handelt es sich um sehr heterogene Symptomkomplexe, die unterschiedliche Ursachen haben können. Abhängig von ihrer Art und Ausprägung kann eine Myopathie zu Einschränkungen der grobmotorischen oder feinmotorischen Fähigkeiten führen und dadurch die Lebensqualität sowie die Selbständigkeit der Patienten in deren Berufs- und Privatleben erheblich negativ beeinflussen. Da Myopathien bis heute nicht gänzlich wissenschaftlich erforscht sind, stellt die richtige Diagnose für viele Ärzte eine große Herausforderung dar.

Mögliche Ursachen einer Myopathie

So heterogen die zu den Myopathien gezählten Krankheitsbilder sind, so vielfältig sind auch deren Ursachen. Abhängig von der Art kann eine Myopathie genetisch bedingt oder angeboren, durch eine Grunderkrankung ausgelöst oder durch den Lebensstil erworben sein. In der Medizin werden Myopathien abhängig von ihren Ursachen daher in mehrere Untergruppen unterteilt.

Die primären Formen bezeichnen Krankheitsbilder, die sich aus verschiedenen Gründen selbst verursachen. Dazu zählen insbesondere kongenitale Muskelerkrankungen, deren Ursachen in erblich bedingten pathologischen Prozessen im Rahmen der Proteinversorgung der Muskelfasern begründet sind. Genetische Fehlinformationen bedingen eine abnorme Ablagerung oder Verknüpfung verschiedener Proteine in den Zellen der Muskulatur. Im Zuge humangenetischer Untersuchungen konnten Wissenschaftler ein Zusammenspiel mehrerer Gene definieren, das zu den Strukturanomalien innerhalb der Muskelzellen führt.

Eine sekundäre Myopathie wird durch eine Grunderkrankung ausgelöst. So können beispielsweise Fehlfunktionen der Schilddrüse, Über- und Unterfunktionen der Nebennierenrinde oder erhebliche Nährstoffmängel für die Entstehung einer sekundären Myopathie verantwortlich sein. Metabolische und mitochondriale Myopathien entwickeln sich als Folge von Störungen verschiedener Stoffwechselprozesse. Die Muskelzellen sind bei Vorliegen solcher Erkrankungen nicht in der Lage, über die Nahrung aufgenommene Energieträger wie Proteine, Kohlenhydrate und Fette zu verarbeiten. Dies führt zu einem chronischen Nährstoffmangel im betroffenen Gewebe, wodurch es zu Abfällen der Leistungsfähigkeit, Ermüdung und Ausfällen der Muskelfasern kommt.

Entzündlichen Myopathien liegen meist Überreaktionen des Immunsystems zugrunde, die zu chronischen Entzündungsprozessen und in weiterer Folge zur Zerstörung von Muskelgewebe führen. Solche Formen werden den Autoimmunerkrankungen zugeordnet. Die Ursachen der Fehlsteuerungen des Immunsystems sind oft nicht bekannt. Bei einer sogenannten erworbenen Myopathie, die ebenfalls mit degenerativen entzündlichen Prozessen im Muskelgewebe einhergeht, können die Auslöser hingegen in vielen Fällen definiert werden. Solchen Ausprägungen von Muskelerkrankungen liegen durch einen ungesunden Lebensstil verursachte Einflüsse zugrunde. Mögliche exogene Auslöser können übermäßiger Alkoholkonsum, Missbrauch von Kokain und Heroin oder eine langfristige Einnahme von Statinen und Arzneistoffen auf Basis von Serotonin oder Kortison sein. Auch Umweltgifte und toxische Substanzen im beruflichen Umfeld kommen als Ursachen erworbener Muskelerkrankungen in Frage.

Symptome und Verlauf einer Myopathie

Abhängig von ihrer Ausprägung verursacht eine Myopathie verschiedene Beschwerden, die von schubweise auftretenden oder belastungsabhängigen krampfartigen Schmerzen bis zu schneller Ermüdbarkeit, Erschöpfung und dem Schwinden von Muskelgewebe reichen können. Im weiteren Verlauf kommt es aufgrund der eingeschränkten Bewegungsfähigkeit oft zu einer Deformierung von Gelenken und Knochen. Primäre Erkrankungsformen manifestieren sich in der Regel als Muskeldystrophien, die mit Lähmungen der Muskulatur im Bereich des Schultergürtels, des Beckens oder der Oberarme, aber auch der Gesichts-, Augen- und Rachenmuskulatur einhergehen. Neben starken Muskelschmerzen und tonischer Muskelanspannung im betroffenen Körperbereich können auch Trübungen der Augenlinsen und Änderungen oder Monotonie der Stimmlage auftreten. Als Begleitsymptome zeigen sich je nach Art der Erkrankung häufig epileptische Anfälle, Herzrhythmusstörungen, erhöhte Blutzuckerwerte oder der Verlust des Seh- oder Hörvermögens.

Eine kongenitale Myopathie ist oft bereits nach der Geburt erkennbar oder kommt im Kleinkindalter zum Ausbruch. In den meisten Fällen sind die Bereiche des Beckens und der Oberschenkel von dem Muskelschwund betroffen. Die kleinen Patienten leiden unter krampfartigen Schmerzen und fallen durch einen schwerfälligen bis watschelnden Gang auf. Mit zunehmendem Alter verlieren die Patienten allmählich die Fähigkeit, ohne fremde Hilde aus dem Sitzen oder Liegen aufzustehen. Ein deutliches Erkennungsmerkmal vieler betroffener Kinder sind die sogenannten Kugelwaden. Diese entstehen, da der Körper dem Abbau von Muskelfasern mit der Bildung von übermäßigem Fett- und Bindegewebe entgegenwirkt. Kinder, die unter einer kongenitalen Myopathie leiden, sind einem hohen Risiko ausgesetzt, bereits im Jugendalter zum Pflegefall zu werden. Eine Myopathie kann die Lebenserwartung verringern und im fortgeschrittenen Stadium auch Funktionsanomalien in Körperarealen und Organen hervorrufen, die nicht von den degenerativen Prozessen in den Muskeln betroffen sind. Häufige Folgeerkrankungen sind Diabetes mellitus, Verdauungsstörungen und Polymyositis mit und ohne Beteiligung der Haut.

Möglichkeiten der Therapie von Myopathien

Die Behandlung einer Myopathie richtet sich nach deren Form und ursächlichen Entstehung. Die Chancen, dass die Therapie einen deutlichen Erfolg zeigt, hängt maßgeblich von der Ausprägung der Symptome ab. Bei Vorliegen einer autoimmunen Myopathie kommen Arzneistoffe zur Anwendung, die die Aktivität des Immunsystems dämpfen und die Entzündungsprozesse in den Muskeln stoppen. Begleitend zu solchen Immunsuppressiva werden meist Infusionen mit hochdosierten Immunglobulinen verabreicht, um das Infektionsrisiko der Betroffenen zu reduzieren. Der Verlauf einer metabolischen Myopathie kann durch die medikamentöse Substitution mit fehlenden Stoffwechselprodukten positiv beeinflusst werden. Neben der konservativen Behandlung der Myopathie kommen auch physiotherapeutische Maßnahmen, Krankengymnastik und orthopädische Hilfsmittel zum Einsatz, um den Muskelschwund zu verlangsamen und die Stabilität sowie Mobilität der Patienten so lange wie möglich zu erhalten. Ist die Rachenmuskulatur betroffen, sind logopädische Therapiemaßnahmen sinnvoll. Bei sekundären Myopathien muss die Grunderkrankung gezielt behandelt werden, um den Verlauf nachhaltig positiv zu beeinflussen.

In der Alternativmedizin haben sich verschiedene Maßnahmen zur sanften Behandlung von Myopathien erfolgreich bewährt. Die Muskelschmerzen können durch Bäder mit Heilkräutern, Wärmepackungen und feuchtwarme Umschläge mit Apfelessig wirksam gelindert werden. Unter den Kräutern gelten vor allem Auszüge aus Thymian, Kamille, Rosmarin, Latschenkiefer und Kampfer als schmerzstillend. Neben der Akupunktur und Akupressur kommen auch die Elektrotherapie und die lokale Vibrationstherapie zum Einsatz, um eventuell auftretende Schmerzen zu lindern. Betroffenen wird empfohlen, regelmäßig Brennesseln, Knoblauch, Ingwer und Meerrettich, Leinöl und wildgefangenen fetten Seefisch auf den Speiseplan zu setzen, denn diese Lebensmittel entfalten entzündungshemmende Eigenschaften. Der konsequente Verzicht auf rotes Fleisch, Zucker und Weißmehlprodukte kann sich auf den Verlauf ebenfalls positiv auswirken, da diese Nahrungsmittel Schübe begünstigen und Entzündungen fördern. Regelmäßiges Ölziehen und die Einnahme von mikronisiertem Zeolith sind sinnvolle ganzheitliche Maßnahmen, um den Organismus von jenen Giftstoffen zu befreien, die als auslösende Faktoren einer erworbenen Myopathie in Frage kommen.

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Entdecken Sie die vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten von NOVAFON. Wir bei NOVAFON ermöglichen vielen Menschen den Zugang zu einer Behandlung, die eine Vielzahl von Symptomen gesundheitlicher Beschwerden lindert, dadurch die Lebensqualität steigert und hilft, den Alltag besser zu meistern. Die sanften Vibrationen der NOVAFON Schallwellengeräte tragen dazu bei, Schmerzen zu reduzieren sowie die Folgen eines Schlaganfalls zu lindern. Sowohl bei altersbedingten Gelenkerkrankungen als auch bei muskulären Problemen schafft die lokale Vibrationstherapie Abhilfe. Die Marke NOVAFON ist Botschafter der lokalen Vibrationstherapie für Qualität und Verlässlichkeit. Unsere bewährten Therapiegeräte sind „Made in Germany“ und nach DIN ISO 13485 als Medizinprodukte der Klasse IIa vom TÜV SÜD zertifiziert.

Die Reittherapie zeigt in der unterstützenden Behandlung vieler körperlicher und psychischer Erkrankungen beachtliche Erfolge. Kinder und Erwachsene mit Spastik profitieren von dieser tiergestützten Therapieform besonders, da die natürlichen Bewegungen des Pferderückens einen äußerst positiven Einfluss auf die Regulation der Muskulatur ausüben. Im Folgenden erfahren Sie, auf welche Weise das therapeutische Reiten den Muskeltonus verbessert und welche Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Behandlung erfüllt sein müssen.

Was ist therapeutisches Reiten?

Therapeutisches Reiten ist ein Oberbegriff für verschiedene Arten des Pferdereitens, die in der unterstützenden Behandlung von Behinderungen und Entwicklungsstörungen eingesetzt werden. Sowohl die Bewegung durch den Vorgang des Reitens als auch der direkte Umgang mit dem Tier üben auf mehreren Ebenen einen positiven Einfluss auf den Körper, die Psyche und die sozialen Kompetenzen der Patienten aus. Durch seine ganzheitlich heilende Wirkung gewinnt das therapeutische Reiten heute zunehmend an Bedeutung und nimmt innerhalb der tiergestützten Therapieformen eine besondere Stellung ein. Es wird von Ärzten und Physiotherapeuten ebenso gezielt eingesetzt wie von Krankengymnasten, Psychologen und Pädagogen. Das therapeutische Reiten blickt auf eine lange Geschichte zurück und kam bereits im 8. Jahrhundert zur Anwendung. Im Zentrum steht die enge Verbindung zwischen Mensch und Pferd. Pferde sind nicht nur Fortbewegungsmittel und tragen den Menschen, sondern fördern auch dessen Selbstbewusstsein, Mut und Verantwortungsgefühl, da sie geführt werden müssen. Gleichzeitig übertragen sich vom Rücken des Pferdes während der Bewegung auf den Menschen rhythmische Schwingungen, die verschiedene körperliche Prozesse stabilisieren und harmonisieren können.

Formen des Therapeutischen Reitens und seine Anwendungsgebiete

Bei der Reittherapie wird mit dem heilpädagogischen Reiten und der Hippotherapie zwischen zwei Arten unterschieden. Die erste Form zielt auf Basis eines intensiven Dialoges mit den Tier darauf ab, auf psychologischer und sozial-integrativer Ebene eine positive Entwicklung der Patienten zu fördern. Für die Durchführung des heilpädagogischen Reitens sind keine fachlichen Qualifikationen notwendig. In der Physiotherapie kommt die zweite Form zur Anwendung. Diese darf ausschließlich von Physiotherapeuten mit Zusatzausbildung oder Hippotherapeuten angewandt werden. Die Hippotherapie macht das Pferd zu einem Medium, das Bewegungsimpulse aussendet. Da diese den natürlichen Bewegungen des Menschen sehr ähnlich sind, können sie vor allem bei Schädigungen des zentralen Nervensystems wie der Spastik eine entkrampfende Wirkung entfalten. Sie verbessern bei körperlichen Behinderungen wie Querschnittlähmung sowie mit einem erhöhten Muskeltonus einhergehenden körperlichen Störungen wie der Spastik die Muskelspannung, das Körpergefühl und die Balance des gesamten menschlichen Bewegungsapparats. Insbesondere die Bereiche des Beckens und der Wirbelsäule reagieren positiv auf die Gangart des Pferdes und pendeln sich dabei neu ein.

Wirkung der Hippotherapie auf Patienten mit Spastik

Der positive Effekt dieser Form der Reittherapie auf den Muskeltonus von Patienten mit Spastik basiert auf einer dreidimensionalen Bewegung, die vom Rücken des Pferdes ausgeht. Durch die rhythmischen Impulse findet eine Aktivierung der Muskulatur im Bereich des Rumpfes, des Beckens und der Beine statt. Diese kann sowohl bei Menschen mit erblicher oder krankheitsbedingter spastischer Paraparese als auch bei Kindern mit angeborenen Störungen der Bewegungsfähigkeit wie einer infantilen Zerebralparese die Bewegungsfähigkeit und Lebensqualität nachhaltig verbessern. Ein entscheidender Vorteil der Hippotherapie zur Behandlung der Spastik liegt darin, dass sich der Muskeltonus durch die Bewegungsübungen auf dem Pferderücken kontinuierlich verbessert, ohne dass der Patient sich dabei körperlich überanstrengt. Die Reittherapie bietet die Möglichkeit, den Gleichgewichtssinn, die Haltung und Koordination zwischen Rumpf, Becken und Beinen auf spielerische und entspannte Weise gezielt zu trainieren. Durch die regelmäßigen Impulse, die vom Pferderücken ausgehen, werden zudem im beeinträchtigten Gewebe Selbstheilungskräfte mobilisiert, die eine Entspannung und Regulation der Muskulatur fördern. Diese Erkenntnisse konnten im Rahmen einer in Zusammenarbeit von mehreren Autoren der Universität Köln und der Klinik Asbach im August 2017 veröffentlichen Studie wissenschaftlich bewiesen werden.

Ab welchem Alter kann die Hippotherapie zur Anwendung kommen?

Grundsätzlich kann das therapeutische Reiten zur Behandlung von Spastik bei Menschen jeder Altersgruppe erfolgreich eingesetzt werden. Voraussetzung ist, dass der Patient die notwendige Sitzstabilität mitbringt und den Kopf selbständig kontrollieren und halten kann. Der Therapeut wird den Patienten sorgfältig untersuchen, um festzustellen, ob sich die Hippotherapie im individuellen Fall als Behandlungsverfahren eignet. Bei Kindern mit Spastik wird ein Mindestalter von vier Jahren empfohlen. Allerdings kann es durchaus sinnvoll sein, einen kleinen Patienten schon im Kleinkindalter im Rahmen der Therapieeinheiten langsam an die Bewegungen des Pferdes heranzuführen. Indem ein Kind bereits ab einem Alter von etwa eineinhalb bis zwei Jahren in regelmäßigen Abständen mit Mutter, Vater oder einer anderen Bezugsperson auf dem Rücken eines Therapiepferdes sitzt, kann es ein Gefühl für den Umgang mit dem Tier entwickeln und eine vertrauensvolle Beziehung aufbauen.

Hippotherapie zur Behandlung der Spastik – die wichtigsten Voraussetzungen

Unabhängig vom Alter des Patienten spielt der Transfer der Bewegungsimpulse vom Rücken des Pferdes auf die menschliche Wirbelsäule und das Becken in der Hippotherapie zur Behandlung der Spastik eine zentrale Rolle. Um ein positives Körpergefühl des Patienten zu fördern, sollte sich das Aufsitzen zu Beginn jeder Behandlung möglichst unkompliziert gestalten. Da Kälteeinwirkung die Spastik verstärken kann, ist das Timing für die Therapieeinheit von entscheidender Bedeutung. Um eine optimale Wirkung zu erzielen, ist auch die richtige Wahl des Therapiepferdes eine wesentliche Grundvoraussetzung. Das Tier muss gut ausgebildet sein und über ein hohes Maß an Sensibilität verfügen, um auf die individuellen körperlichen Bewegungen des Patienten auf natürliche Weise reagieren zu können. Dabei spielt die Pferderasse eine eher untergeordnete Rolle. Für eine bei Spastik erfolgreich eingesetzte Hippotherapie ist vielmehr entscheidend, dass das Tier die Fähigkeit besitzt, alle Bewegungsmöglichkeiten optimal auszunutzen und gleichzeitig höchste Sicherheitsansprüche während des Reitens erfüllt.

Gleichzeitig muss auch der Therapeut umfassend geschult sein, um genau erkennen zu können, wie belastbar der jeweilige Patient ist. Darauf abgestimmt wird er oder sie die richtige Länge der Reitstrecke bestimmen und das optimale Gelände auswählen. Eine behindertengerecht erreichbare und ruhige, harmonisierende Umgebung schafft optimale Grundvoraussetzungen. Im Idealfall handelt es sich dabei um einen Naturboden, denn ein solches Gelände intensiviert die rhythmischen Bewegungen des Pferderückens und erhöht dadurch die positive Wirkung auf den Muskeltonus des Spastik-Patienten. Während der Therapieeinheit sollten auf der Reitstrecke alle möglichen Störfaktoren immer im Blick sein. Dadurch verhindert der Therapeut ein Ausweichen des Pferdes und gewährleistet dessen sicheren und gleichmäßigen Schritt. Nur durch ein harmonisches Zusammenspiel all dieser Faktoren kann ein Patient mit Spastik seine möglicherweise mit negativen Emotionen behaftete Haltung gegenüber Pferden ins Positive umkehren und während der Therapieeinheiten auf dem Rücken des Tieres äußerst motivierende und bereichernde Momente erleben – sowohl auf körperlicher als auch auf psychischer Ebene.

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Nächtliches “Einschlafen” der Hand sowie Taubheitsgefühle in den Fingern können darauf hindeuten, dass ein Karpaltunnelsyndrom vorliegt. Diese weit verbreitete Nervenschädigung ist in der Regel gut behandelbar. Im Folgenden erfahren Sie, welche Ursachen einem Karpaltunnelsyndrom zugrunde liegen und welche sanften Therapieansätze als Alternativen zu schulmedizinischen Maßnahmen beachtliche Heilungserfolge zeigen.

Was ist das Karpaltunnelsyndrom?

Das Karpaltunnelsyndrom, kurz KTS, beschreibt ein in den meisten Fällen chronisch verlaufendes Beschwerdebild, das mit Gefühlsstörungen in den Fingern einhergeht. Die Symptome werden durch eine Einengung des Nervus medianus oder Mittelarmnervs im Bereich des Handwurzelkanals verursacht. In der medizinischen Fachsprache wird die Erkrankung daher Medianus-Kompressionssyndrom genannt. Sie ist auf eine Entzündung des Karpaltunnels zurückzuführen, durch den der Nervus medianus im Unterarm verläuft. Durch lokale Entzündungsprozesse und eine damit einhergehende Schwellung des Bindegewebes verengt sich der Kanal im Karpaltunnel, was eine erhöhte Druckeinwirkung auf den Mittelarmnerv zur Folge hat. Durch die Einengung kommt es zu einer eingeschränkten Durchblutung, Nährstoffunterversorgung und schließlich Schädigung des Nervengewebes. Dies resultiert zunächst in Gefühlsstörungen in den Fingern. Bei ausbleibender Behandlung geht das Karpaltunnelsyndrom häufig auch mit Schmerzen und Degenerationsprozessen in bestimmten Muskelfasern einher.

Symptome und Verlauf des Medianus-Kompressionssyndroms

Ein Karpaltunnelsyndrom äußerst sich im frühen Stadium zumeist in Taubheitsgefühlen und Kribbeln in jenen Fingern, für deren Empfindungsfähigkeit der Nervus medianus verantwortlich ist – im Daumen, Mittelfinger und Zeigefinger. Im weiteren Verlauf leiden die Betroffenen auch unter Schmerzen, die in den Fingern oder in der ganzen Hand auftreten und in den Arm oder die Schulter ausstrahlen können. Die Beschwerden treten typischerweise nachts auf, da die Handgelenke in verschiedenen Schlafpositionen abgeknickt werden, was den Druck auf den Nervus medianus zusätzlich erhöht. Tagsüber können bestimmte Handbewegungen wie das Halten von Gegenständen die Beschwerden verschlimmern. Werden in diesem Stadium keine gezielten Therapiemaßnahmen gesetzt, kann ein Karpaltunnelsyndrom dazu führen, dass die Schmerzen auch tagsüber anhalten und sich Muskelfasern im Daumenballen zurückbilden. In schweren Fällen ist der Muskelschwund in Form einer Delle in diesem Bereich von außen deutlich erkennbar. Wenn die Funktion der Muskulatur des Daumens allmählich nachlässt, sind feinmotorische Beeinträchtigungen zu erwarten. Die Betroffenen können dann bestimmte Gegenstände nicht mehr greifen oder halten.

Risikofaktoren, Ursachen und mögliche Auslöser des Karpaltunnelsyndroms

Das Karpaltunnelsyndrom ist ein weit verbreitetes Beschwerdebild, das rund fünf Prozent der Bevölkerung betrifft, wobei es bei Frauen auffallend häufiger auftritt als bei Männern. Am Karpaltunnelsyndrom erkranken vorwiegend Frauen im Alter zwischen vierzig und sechzig Jahren. Dies ist darauf zurückzuführen, dass hormonelle Veränderungen Wassereinlagerungen und dadurch bedingte Schwellungen im Gewebe begünstigen. Aus diesem Grund leiden häufig Schwangere oder Frauen in der Menopause an einem Karpaltunnelsyndrom. Tritt die Erkrankung während einer Schwangerschaft auf, heilt sie in den ersten Monaten nach der Geburt spontan aus, da die hormonell bedingten Wassereinlagerungen nach und nach ausgeschieden werden und der Druck auf den Nervus medianus nachlässt.

Neben hormonellen Einflüssen zählen auch dauerhafte Fehlbelastungen und Verrenkungen von Unterarm und Handgelenk durch bestimmte berufliche Tätigkeiten wie beispielsweise Fließband- oder Montagearbeiten zu den wichtigsten Risikofaktoren. Unfallbedingte Verletzungen wie Knochenbrüche oder Sehnenrisse sowie Sehnenscheidenentzündungen können ebenfalls ein Karpaltunnelsyndrom verursachen. Einige systemische Erkrankungen haben unter anderem eine erhöhte Druckeinwirkung im Gewebe zur Folge. Daher entwickeln häufig Dialyse-Patienten und Menschen, die an einem Diabetes mellitus, einer chronisch-entzündlichen Gelenkserkrankung wie Gicht oder Arthrose, einer Schilddrüsenfehlfunktion oder einem Tumor im betreffenden Gewebe leiden, ein Karpaltunnelsyndrom.

Schulmedizinische Behandlungsmaßnahmen und Prognose

Die Schulmedizin zielt zunächst darauf ab, die Entzündungsprozesse im Karpaltunnel zum Abklingen zu bringen. Dazu kommen Kortison-Präparate zum Einsatz, die oral verabreicht oder ins betroffene Gewebe injiziert werden. Aufgrund ihrer erheblichen Nebenwirkungen eignen sich solche Arzneistoffe allerdings nicht für eine längerfristige Anwendung. Tritt durch die Gabe von Kortison keine deutliche Besserung ein, kann der behandelnde Arzt eine Operation vorschlagen. Im Rahmen eines chirurgischen Eingriffs wird die den Karpaltunnel begrenzende Bandstruktur gespalten, wodurch der Druck auf den Mittelnerv sinkt. Neunzig Prozent aller Eingriffe bewirken eine sofortige Besserung der Beschwerden. Allerdings zeigen Erfahrungswerte, dass ein Karpaltunnelsyndrom ein bis zwei Jahre nach einer Operation erneut auftreten kann. Zudem bewirkt ein chirurgischer Eingriff keine Regeneration des durch ein fortgeschrittenes Karpaltunnelsyndrom abgebauten Muskelgewebes. Sanfte physiotherapeutische Behandlungsmethoden hingegen mobilisieren die Selbstheilungskräfte des geschädigten Gewebes, verbessern dadurch langfristig die Beweglichkeit und unterstützen den erneuten Kraftaufbau der betroffenen Muskelfasern.

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Beispielsweise bei einer Spondylarthrose/ Spondylose

Gehen Sie wie folgt vor:

Behandeln Sie das schmerzhafte Areal flächig mit dem Schallteller. Die meisten Hunde finden Stufe II/ 50Hz angenehmer. Die Intensität stellen Sie an dem Drehregler ein. Hier gilt “mehr ist nicht mehr”, versuchen Sie die Instensität so zu wählen, dass Ihr Vierbeiner entspannen kann. Behandeln Sie 1-2 mal täglich bis zu 15min. Sprechen Sie nach Bedarf die Behandlung mit Ihren Hundephysiotherapeuten oder Tierarzt ab.

Was ist eine Spondylose?

Die Spondylose ist eine Veränderung an den Wirbelkörpern, die Spondylarthrose eine Veränderung der Wirbelgelenke. Beides ist gut auf dem Röntgenbild zu erkennen und nicht immer klar voneinander abgrenzbar. Daher sollte zur sicheren Diagnosestellung immer eine tierärztliche Untersuchung stattfinden.
Die Wirbelsäule dient der Stütz- und Bewegungsfunktionen. Die Stützfunktion wird im Wesentlichen von den Wirbelkörpern erfüllt und die Bewegungsfunktion von den Wirbelgelenken. Die Beweglichkeit der einzelnen Wirbel gegeneinander ist relativ gering und in den einzelnen Wirbelsäulenabschnitten unterschiedlich. Im Halswirbelsäulen-Bereich ist die Beweglichkeit größer als in der Lendenwirbelsäule.
Kommt es zu einem Knorpelabbau, reagiert das abgenutzte Gelenk mit Entzündungsschmerz. Der verstärkte Knorpelabbau kann Folge eines Alterungsprozesses oder einer chronischen Überbelastung (auch Fehlhaltung) sein. Die Gelenkentzündung wird durch Knorpelabriebteilchen hervorgerufen. Die meisten Hunde neigen bei schmerzhaften Arthrosen zu Schonung. Da es aber gerade für einen Hund mit Gelenksproblemen wichtig ist, einen guten Muskelzustand zu haben, sollte das erste Behandlungsziel das Abklingen der akuten Entzündung und des damit verbundenen Schmerzes sein. Danach sollte der Vierbeiner wieder zu Aktivität und Bewegung angeregt werden, um die Muskulatur zu lockern und zu kräftigen, die Durchblutung zu fördern und so die Nährstoffversorgung der Gelenkknorpel zu verbessern.

Ein Sammelsurium von Behandlungen am Tier (für Pferde, Hunde und Katzen) finden Sie in unserer Anwenderbroschüre.

Wenn Sie für die Behandlung einer Spondylose ein NOVAFON Vibrationstherapiegerät kaufen möchten, finden Sie hier unsere Produkte. Ihre Zufriedenheit ist uns sehr wichtig, deshalb garantieren wir ein Rückgaberecht von vier Wochen, falls das NOVAFON nicht Ihren Erwartungen entsprechen sollte.

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Seit einigen Jahren gewinnen ergotherapeutische Maßnahmen zur Behandlung verhaltensauffälliger Kinder zunehmend an Bedeutung. Mit Ergotherapie für Kinder können bei vielen Entwicklungsstörungen und Defiziten beachtliche Erfolge erzielt werden. Auf spielerische Weise werden die Fähigkeiten der Kleinen in den Bereichen Motorik und Wahrnehmung gezielt geschult. Die Ergotherapie für Kinder hat sich auch in der Behandlung von sozialen Problemen erfolgreich bewährt. Ob körperliche oder kognitive Einschränkungen, ungewöhnliche Verhaltensmuster oder Lernschwierigkeiten, im Mittelpunkt der Ergotherapie für Kinder stehen Spaß, Abwechslung und ein sensibler Umgang der Therapeuten, um in den Kleinen die Freude daran zu wecken, neue Fähigkeiten zu entwickeln und diese im alltäglichen Leben, im Kindergarten und in der Schule umzusetzen.

Ergotherapie für Kinder – Gezielte Hilfe bei Defiziten

Nicht nur krankheitsbedingt geistig und körperlich eingeschränkten Kindern und Jugendlichen kann mit ergotherapeutischen Ansätzen geholfen werden. Auch viele Defizite, die die natürliche Entwicklung und das Erlernen von schulischen Inhalten erschweren, können im Zuge einer Ergotherapie für Kinder behoben werden. Die ergotherapeutischen Anwendungsgebiete umfassen eine ganze Reihe an Verhaltensmustern, die auf eine verzögerte oder eingeschränkte Entwicklung hindeuten. Ob psychischer oder physischer Natur, Ergotherapeuten können auf eine für die Kleinen ansprechende Weise deren Selbstbewusstsein stärken, soziale Kompetenzen vermitteln und körperliche Abläufe korrigieren. Fällt ein Kind durch ein abnormales Verhalten wie grundlose Aggressionsausbrüche, ein übersteigertes oder vermindertes Selbstwertgefühl, absichtliches Distanzieren von Gleichaltrigen, isoliertes Spielen oder eine kaum ausgeprägte Fähigkeit auf, sich in einem Gruppenverband zurechtzufinden, ist ein Ergotherapeut der richtige Ansprechpartner. Er wird in intensiver Zusammenarbeit mit dem betroffenen Kind, seinen Eltern oder Bezugspersonen sowie dem pädagogischen Personal spielerische Ansätze finden, um die nötigen sozialen Kompetenzen zu vermitteln. Auch bei eingeschränkten schulischen Leistungen wie etwa Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben oder Rechnen sowie bei ADHS sollte der behandelnde Kinderarzt in Absprache mit den Eltern eine Ergotherapie für Kinder in Erwägung ziehen. Ebenso können andere, seelisch bedingte Störungen wie Bettnässen, Schlafprobleme und eine beeinträchtigte Wahrnehmung mit ergotherapeutischen Maßnahmen behandelt werden. Im Rahmen der Behandlung lernt das Kind, mit seiner Umwelt in Kontakt zu treten, eigene Gefühle und die der Mitmenschen richtig zu deuten und damit umzugehen, Beziehungen aufzubauen und sich verständlich und nachvollziehbar auszudrücken. Gleichzeitig werden das logische Denken und die Fähigkeit, eine Handlung zu planen und dementsprechend auszuführen, gezielt gefördert.

Das Körpergefühl der Kleinen verbessern

Wichtige Anwendungsbereiche der Ergotherapie für Kinder sind Bewegungsauffälligkeiten unterschiedlicher Natur. Ob Gleichgewichtsstörungen, ein übertriebenes oder eingeschränktes Schmerzempfinden, Koordinationsprobleme oder eine fehlerhafte Haltung, nahezu alle körperbezogenen Probleme können mit einer Ergotherapie für Kinder wirksam behandelt werden. Viele Lernschwierigkeiten entstehen durch eine eingeschränkte Feinmotorik, die beispielsweise die Tätigkeit des Schreibens negativ beeinträchtigt. Die Kleinen erlernen im Zuge der Therapie, die richtige Körperspannung anzunehmen, ihre Kraft richtig zu dosieren und auf körperliche Abläufe zu fokussieren. Die Ergotherapie für Kinder beruht auf individuell zusammengestellten Übungsabläufen für jeden einzelnen kleinen Patienten. Der behandelnde Therapeut wird das Kind zunächst beim Spielen beobachten, um entsprechend der Diagnose und in Ansprache mit den Eltern ein spielerisches Übungsprogramm erstellen zu können. In der Regel können Lernschwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten bei wöchentlich stattfindenden Therapiesitzungen innerhalb weniger Monate behoben werden. Im Falle einer schweren Krankheit oder Behinderung dauert die ergotherapeutische Betreuung meist mehrere Jahre. Neben der gezielten Förderung des kleinen Patienten werden die Eltern und verantwortlichen Pädagogen angeleitet, die Aufgaben und Spiele auch außerhalb der Praxis zu üben und das Kind zu bestärken, erlernte Fähigkeiten im Alltag mit Freude umzusetzen. Damit die Ergotherapie ihre Wirkung zeigen kann, ist die tatkräftige Unterstützung aller Beteiligten gefragt. Ein sensibler Umgang und ein abwechslungsreich gestalteter Alltag sorgen auf geistiger und körperlicher Ebene für Auslastung und Inspiration.

Lokale Vibrationstherapie in der Ergotherapie für Kinder

Viele Ergotherapeuten arbeiten heute in unterschiedlichen Anwendungsbereichen mit dem unterstützenden Einsatz von NOVAFON Vibrationsgerät , und dieser hat sich auch in der Behandlung von Kindern mit Defiziten erfolgreich bewährt. Ob Einschränkungen der Bewegungs-, Konzentrations- und Leistungsfähigkeit oder motorische Störungen, durch die intrazelluläre Wirkung der Schallwellen werden Nervenzellen stimuliert und deren Stoffwechsel verbessert. Dies wirkt sich äußerst positiv auf die motorischen Abläufe aus, normalisiert das Schmerzempfinden und stärkt das Körpergefühl. Unter Anleitung des Ergotherapeuten können Eltern bei ihrem Kind ein Vibrationsgerät auch zuhause anwenden, um die Erfolge der Behandlung zusätzlich zu verbessern.

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Die Sehnen sind faserige Gewebsstränge, die alle Muskeln und Knochen umgeben. Kommt es durch eine degenerative Erkrankung oder eine mechanische Reizung zu einer Verletzung der Sehne, kann dies im betroffenen Gewebe eine Entzündungsreaktion auslösen – in solchen Fällen sprechen Mediziner von einer sogenannten Tendinitis. Eine Sehnenentzündung betrifft in erster Linie Erwachsene und entsteht meist als Folge verschiedener Grunderkrankungen, die dem rheumatischen Formenkreis angehören. Allerdings werden auch Sehnenentzündungen als Tendinitis beschrieben, die durch Fehl- und Überbelastung des Bewegungsapparats entstehen. Die Tendinitis wird wie die Sehnenscheidenentzündung und der Tennisarm zu den sogenannten Tendopathien gezählt. Abhängig von der jeweiligen Ursache kann eine Tendinitis in der Regel mit sanften Maßnahmen gut behandelt werden. Nur wenn die Sehne durch die anhaltende Zerstörung des Gewebes zu reißen droht, wird unter Umständen ein operativer Eingriff in Erwägung gezogen. Diesem Krankheitsverlauf kann jedoch mit einigen alternativen Heilmethoden wirksam vorgebeugt werden.

Mögliche Ursachen einer Sehnenentzündung

Eine Tendinitis ist eine äußerst schmerzhafte Erkrankung, die meistens an den Hand- oder Fußgelenken, den Ellbogen, in der Schulter oder im Knie auftritt, jedoch auch oft in den Hüftgelenken diagnostiziert wird. Sie entsteht durch krankheitsbedingte oder durch Traumata verursachte Geweberisse, die die Durchblutung negativ beeinträchtigen und in weiterer Folge eine Entzündungsreaktion auslösen. Dabei kommt es zu einem Abbau von Zellen in der Sehne, und das geschädigte Gewebe kann durch den gestörten Blutfluss und die damit verbundene Unterbrechung des Nährstofftransportes nicht ausreichend regeneriert werden. Eine weit verbreitete Ursache für Sehnenentzündungen stellen degenerative Gelenkserkrankungen wie etwa die Arthrose dar. Die Gelenkssteifigkeit und eingeschränkte Bewegungsfähigkeit, die Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises mit sich bringen, führt zu Schonhaltungen und einseitiger Belastung bestimmter Gliedmaßen, wodurch es zu Sehnenrissen kommen kann. Auch durch übertriebene körperliche Ertüchtigung, ruckartige Bewegungen von Muskelfasern und durch berufliche Tätigkeiten bedingte Fehlhaltungen, wie sie bei stundenlanger Büroarbeit häufig sind, können einen Sehnenriss und in weiterer Folge eine Entzündung hervorrufen.

Symptome und Verlauf der Tendinitis

Eine Sehnenentzündung geht mit starken Schmerzen einher, die sich nahe der Gelenke bemerkbar machen. Die Beschwerden nehmen an Intensität zu, sobald der Patient den betroffenen Körperteil bewegt, beansprucht oder sogar nur berührt. Eine Tendinitis geht meist auch mit Schwellungen und Rötungen der betroffenen Stelle einher. Im fortgeschrittenen Stadium und bei ausbleibender Behandlung der Erkrankung kann ein Riss der gesamten Sehne eintreten, was in vielen Fällen einen operativen Eingriff notwendig macht. Sind an der betroffenen Körperstelle Hämatome, starke Schwellungen oder unerträgliche Schmerzen festzustellen, sollte unbedingt so schnell wie möglich ein Arzt konsultiert werden.

Therapiemaßnahmen bei Sehnenentzündungen

Grundsätzlich kann eine Sehnenentzündung mit sanften Heilmethoden wirksam behandelt werden und macht nicht in jedem Fall einen Arztbesuch notwendig. Schon die konsequente Schonung der betroffenen Gliedmaße sowie Kältekompressen und Stützbandagen führen oft zu einer deutlichen Linderung der Beschwerden. Die schulmedizinische Therapie basiert auf der Gabe schmerz- und entzündungshemmender Arzneistoffe, wie sie auch in der Behandlung von rheumatischen Erkrankungen eingesetzt werden. Meist wird ein nichtsteroidales Antirheumatikum oder NSAR verordnet, das wahlweise direkt ins betroffene Gewebe injiziert oder oral eingenommen wird. Als begleitende Maßnahmen kommen Krankengymnastik und physikalische Behandlungen zum Einsatz. In der Therapie der Tendinitis haben sich jedoch auch verschiedene alternative Methoden erfolgreich bewährt. Um eine Ausheilung und eine Regeneration des entzündeten Gewebes zu ermöglichen, müssen der Blutfluss und die Zirkulation der Synovialflüssigkeit angeregt werden, um den Abtransport der entzündlichen Stoffwechselprodukte aus den Zellen zu ermöglichen und diese gleichzeitig mit frischen Nährstoffen zu versorgen. Um die Selbstheilungskräfte des Organismus zu mobilisieren, kommen je nach Lokalisation und Ursache der Tendinitisverschiedene homöopathische Präparate zum Einsatz. Eine besonders schonende Methode, den Blutfluss und die Nährstoffversorgung des entzündeten Gewebes anzuregen, ist die tägliche Anwendung mit einem Vibrationsgerät. Durch die so angewendete lokale Vibrationstherapie werden die Zellen in Schwingung versetzt und können sich von den entzündlichen Giftstoffen befreien. Die Behandlung mit einem NOVAFON Gerät kann ganz einfach täglich zuhause durchgeführt werden. Sie eignet sich nicht nur dazu, die Heilung der entzündeten Sehne zu beschleunigen, sondern auch, um einer Tendinitisvorzubeugen.

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Der Stimmbandlähmung oder Recurrensparese liegt eine Funktionsschwäche des Nervus laryngeus recurrens zugrunde, der die Stimmlippen steuert. Menschen, die eine Recurrensparese erleiden, sind durch die damit einhergehende Atrophie der Kehlkopfmuskulatur plötzlich mit Problemen beim Sprechen konfrontiert oder verlieren ihre Stimme ganz. Untersuchungen zufolge erkranken alleine in Deutschland jedes Jahr über zehntausend Menschen an einer Stimmbandlähmung. Neben Stimmverlust und chronischer Heiserkeit, die die Lebensqualität der Betroffenen erheblich negativ beeinträchtigen, kann eine Recurrensparese auch mit Atemnot einhergehen und daher ein lebensbedrohliches Gesundheitsrisiko darstellen. Die Lähmung der Stimmbänder ist jedoch in der Regel gut behandelbar. Patienten, die einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, können der Erkrankung mit gezielten Maßnahmen wie der Anwendung von Schallwellengeräten wirksam vorbeugen.

Mögliche Ursachen einer Stimmbandlähmung

In den meisten Fällen wird eine Recurrensparese durch operative Eingriffe an der Schilddrüse hervorgerufen, im Zuge derer der dünne Nervus recurrens geschädigt wurde und mit einer gestörten Reizübertragung reagiert. Auch verschiedene Erkrankungen der Schilddrüse, die durch einen Tumor oder einen Jodmangel ausgelöst werden, können eine Stimmbandlähmung nach sich ziehen. Darüber hinaus kann der Nervus recurrens als Folge eines Schlaganfalls oder Aortenaneurysmas geschädigt werden. Auch psychische Erkrankungen, Gehirntumore, Nervenentzündungen und Infekte der oberen Atemwege können in seltenen Fällen eine Stimmbandlähmung verursachen. Bei einem beträchtlichen Anteil der Betroffenen lässt sich jedoch kein Auslöser finden. Mediziner sprechen in solchen Fällen von einer idiopathischen Stimmbandlähmung. Je nachdem, ob es sich um eine einseitige oder beidseitige Recurrensparese handelt, leiden die Betroffenen entweder an Einschränkungen der Stimmbildung oder Atemnot beziehungsweise einem deutlich hörbaren Stridor beim Einatmen.

Behandlung und Vorbeugung einer Recurrensparese

Abhängig von der Ausprägung der Erkrankung und den damit verbundenen Symptomen zielt die Behandlung der Stimmbandlähmung darauf ab, das Körperbewusstsein des Patienten durch logopädische Betreuung wiederherzustellen und Atmung sowie Stimmbildung zu trainieren. Gleichzeitig kommen verschiedene physikalische beziehungsweise elektrotherapeutische Maßnahmen zur Anwendung, um die Nervenfasern zu stimulieren und auf diese Weise der Lähmung des betroffenen Stimmbandes entgegenzuwirken. Viele Fachärzte und Logopäden berichten von Patienten, bei denen mit dem Einsatz von NOVAFON Vibrationsgerät eine deutliche Besserung der stimmlichen Fähigkeiten erzielt wurde. In manchen Fällen kann die Stimme durch die regelmäßige Anwendung eines NOVAFON Schallwellengerätes sogar gänzlich wiederhergestellt werden. Menschen, die sich einem operativen Eingriff an der Schilddrüse unterziehen müssen, können das Risiko einer Stimmbandlähmung durch tägliche sanfte Behandlungen mit dem Schallteller im Bereich des Kehlkopfes deutlich reduzieren. Zusätzlich sollten Patienten, die unter Schilddrüsenerkrankungen, seelisch bedingten stimmlichen Einschränkungen oder wiederkehrenden Bronchialinfekten leiden, das Rauchen aufgeben, um die rückläufigen Nervenbahnen des Kehlkopfes zu entlasten. Nur wenn die Atemnot ein lebensbedrohliches Ausmaß annimmt oder die hier genannten Maßnahmen keinen Erfolg bringen, muss eine chirurgische Stimmkorrektur oder eine Trachektomie vorgenommen werden.

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